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Cholesterin senken lohnt sich auch in höherem Alter.

Zu hohe Cholesterinwerte erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
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Do. 14. März 2019

Auch über 75-Jährige profitieren von Cholesterin-Senkern

Statine zur Senkung des Cholesterinspiegels werden meistens jüngeren Menschen verschrieben, weil sie ihre volle Wirkung erst nach mehreren Jahren entfalten. Aus einer Übersichtsarbeit in dem Fachmagazin Lancet geht nun hervor, dass ältere Menschen ebenfalls von der Behandlung profitieren, vor allem dann, wenn Diabetes oder Atherosklerose vorliegen.

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Einen hohen Cholesterinspiegel zu senken, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Wirksame Medikamente dafür sind die Statine, die älteren Menschen jedoch häufig nicht verschrieben werden, weil es lange Zeit dauert, bis die Wirkung einsetzt. Nun hat sich in einer Auswertung von 28 klinischen Studien gezeigt, dass diese Medikamente auch für die Generation 75+ von Nutzen sind: "Die Behandlung mit einem Statin über etwa fünf Jahre Dauer senkte auch in dieser Gruppe die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfällen deutlich", bemerkt Professor Dr. Dr. Helmut Schatz aus Bochum, Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Die Wirkung ist in dieser Altersgruppe zwar nicht ganz so ausgeprägt wie bei jüngeren Menschen, aber da in höherem Alter mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten, profitieren unter dem Strich eventuell sogar mehr Menschen von der Behandlung als in jüngeren Altersgruppen.

Eine weitere Untersuchung zeigte, dass Statine das Sterberisiko bei Diabetes-Patienten zwischen 75 und 85 Jahren um 16 Prozent senkten. Deshalb rät Schatz dazu, Statine auch bei älteren Menschen in Erwägung zu ziehen. Wichtig für die Entscheidung ist aber, dass die Patienten bereit sind, die Medikamente regelmäßig einzunehmen.

Ein zu hoher Cholesterinspiegel verursacht Ablagerungen in den Blutgefäßen, die lange unbemerkt bleiben: die sogenannte Atherosklerose. Wenn die entstehenden Verengungen zu einem Gefäßverschluss führen, kann es zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt kommen.

ZOU

Quellen:

DOI 10.1136/bmj.k3359

DOI 10.1016/S0140-6736(18)31942-1

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