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Viele Deutsche lesen die Packungsbeilage nicht.

Nicht alle Patienten informieren sich vor der Einnahme eines Medikaments über mögliche Neben- oder Wechselwirkungen.
© iStock.com/AntonioGuillem

Do. 16. Mai 2019

Medikamente: Viele lesen den Beipackzettel nicht

Jeder zweite Deutsche hat von Medikamenten schon einmal unerwünschte Nebenwirkungen gehabt. Doch viele ignorieren den Beipackzettel oder nehmen die Risiken bewusst in Kauf.

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In Europa sterben jährlich rund 200.000 Menschen an den Folgen von Arzneimittelnebenwirkungen. In Deutschland haben allein 6 Millionen Patienten Beschwerden nach der Einnahme von Medikamenten. Das berichtet das Unternehmen Medikura Digital Health, das auch die Melde- und Informationsplattform nebenwirkungen.de betreibt, und nun die Ergebnisse seiner repräsentativen Studie vorgestellt hat.

Demnach liest nur ein Viertel der 1.535 befragten Deutschen zwischen 25 bis 60 Jahre jedes Mal vor der Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten die Packungsbeilage. Bei rezeptfreien Mitteln ist es nur jeder Fünfte. Und knapp jeder Zehnte gab an, den Beipackzettel bei rezeptfreien Medikamenten niemals zu lesen. "Die Vermutung liegt nahe, dass die Gebrauchsinformationen von vielen Patienten als zu lang und zu kompliziert empfunden werden", meinen die Unternehmensgründer und Verantwortlichen der Studie.

Insgesamt fühlt sich nur rund die Hälfte der Studienteilnehmer ausreichend über die Folgen von Nebenwirkungen aufgeklärt. "Es scheint also hinsichtlich dieser Thematik ein Problembewusstsein bei den Deutschen zu geben, gleichzeitig allerdings auch ein Handlungsdefizit", lautet das Fazit. Ziel müsse es demnach sein, die Lesemüdigkeit der Patienten mit Blick auf die Packungsbeilagen zu überwinden.

je/PZ/NK

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