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Brennen beim Wasserlassen ist ein charakteristisches Symptom eines Harnwegsinfekts.

Frauen sind von Blasenentzündungen deutlich häufiger betroffen als Männer.
© iStock.com/KittisakJirasittichai

Di. 28. Mai 2019

Harnwegsinfekt: Gibt es Alternativen zu Antibiotika?

Vor allem Frauen leiden darunter, dass Keime Blase & Co. attackieren. Immer wieder in der Kritik: der Einsatz von Antibiotika. Ob oder ob nicht, das diskutierten jetzt mehr als 900 Pharmazeuten auf einem Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer in Meran, Italien.

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"Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen hat man es in den meisten Fällen mit dem Bakterium Escherischia coli als Erreger zu tun", weiß Edith Bennack, Leiterin der Krankenhausapotheke am St. Elisabeth-Krankenhaus Köln Hohenlind. "Schwere Verläufe kommen seltener vor", beruhigt die Expertin. Bei leichteren Fällen empfiehlt die ärztliche Leitlinie den Einsatz eines von vier verschiedenen Antibiotika. Bennack weist etwa auf vier Studien zu dem Wirkstoff Nitroxolin hin. "Für die Substanz spricht ihre gute Wirksamkeit", so die Kölner Apothekerin. "Auch Pivmecillinam hat eine sehr gute Wirksamkeit gegen E. coli." Es gebe nahezu keinerlei Resistenzen. Weiterer Vorteil: Es lässt sich auch in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden.

Und wie sieht es mit pflanzlichen Arzneimitteln aus? Bennack konnte hierzu nur wenige Studien präsentieren. Eine Untersuchung, die das Antibiotikum Fosfomycin mit einem Extrakt aus Bärentraubenblättern vergleicht, läuft zurzeit noch. Zu einer Kombination aus Tausengüldenkraut, Liebstöckel und Rosmarin liegt seit einigen Jahren bereits das Ergebnis einer Studie vor, in der es jedoch nur um eventuelle Nebenwirkungen und die Verträglichkeit des Präparates ging. Mehr Hoffnung macht eine aktuelle Untersuchung zu dieser Kombi. "Das sind gar keine schlechten Zahlen", so das Urteil der Apothekerin.

Bennack weiß, dass viele Patientinnen mit dem Wunsch nach pflanzlichen Arzneimitteln in die Apotheke kommen. Sie empfiehlt aber auf Zeichen zu achten, wann diese nicht mehr wirken. "Dann sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen."

Erfreuliche Ergebnisse zeigen sich dagegen bei Mannose, einem speziellen Zucker. "Das ist einen Versuch wert." Auf ihrem Weg zur Blase bindet sie jene Bakterien, die Harnwegsinfekte und Blasenentzündungen verursachen. Studien belegen diese Wirksamkeit. Unabhängig von der Art der Therapie empfiehlt Bennack Betroffenen auf jeden Fall ausreichend zu trinken. "Wichtig ist vor allem, dass bei Fieber oder Blut im Urin unbedingt ein Arzt aufgesucht wird." Das gilt auch, wenn Erkrankungen wie Diabetes oder bereits Beeinträchtigungen an den Harnwegen vorliegen.

PEF

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