Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Bindehautentzündung: Wann zum Arzt?

Aktuelles

Bei einer Bindehautentzündung sollte am besten ein Arzt aufgesucht werden.

Nicht immer sind Viren oder Bakterien die Ursache für eine Bindehautentzündung.
© fizkes/iStockphoto

Sa. 22. Juni 2019

Bindehautentzündung: Hausmittel oder Augentropfen?

Rote Augen, verklebte Lider am Morgen, Jucken, Brennen, Lichtempfindlichkeit und ein Gefühl, als wären kleine Sandkörner im Auge – dies sind typische Symptome einer Bindehautentzündung. Zur Behandlung eignen sich verschiedene Maßnahmen. Welche Hausmittel verwendet werden dürfen und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist, erklärt Apothekerin Christina Jäger aus Bremen.

Anzeige

Die Bindehaut im Auge wirkt wie ein Schutzfilm, der verhindert, dass Krankheitserreger das Auge befallen. Dennoch können Erreger wie Viren oder Bakterien eindringen und zu einer Entzündung führen. Aber auch Zugluft, Rauch, Staub oder Pollen können eine Entzündung verursachen.

Wann zum Arzt?

Bei einem Verdacht auf eine Bindehautentzündung sollte in jedem Fall ein Augenarzt aufgesucht werden – insbesondere, wenn die Sehkraft beeinträchtigt ist und zusätzlich Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Fieber auftreten. Weitere Symptome, bei denen Patienten unbedingt zum Arzt gehen sollten, sind: eitriges Sekret – vor allem am Morgen –, Fremdkörper im Auge, Schmerzen oder Druckgefühl am Auge, vor allem einseitige Pupillenveränderung sowie eine stellenweise Rötung der Bindehaut. "Auch wenn die Beschwerden länger anhalten oder nur an einem Auge bestehen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Gleiches gilt, wenn die Augenprobleme nach einer Fernreise oder einer Verletzung oder OP am Auge auftreten", sagt Jäger.

Hilfe aus der Apotheke

Steckt ein nicht-infektiöser Auslöser wie Zugluft dahinter, kann eine Bindehautentzündung auch für einige Tage in der Selbstmedikation behandelt werden. Zur Selbstmedikation zählen Tränenersatzpräparate in Form von Tropfen, Salben oder Gele mit Carbomer, Povidon, Celullosederivaten oder Hyaluronsäure. Sie beheben nicht die Ursache der Beschwerden, lindern diese aber. Ebenfalls sind Augentropfen mit dem entzündungs- und schmerzstillenden Wirkstoff Salicylsäure in der Apotheke erhältlich.

Hausmittel bei Bindehautentzündung

Allgemein gilt es, auslösende Reize wie beispielsweise Pollen oder Zugluft zu vermeiden. Darüber hinaus können Jäger zufolge auch Hausmittel helfen: Lauwarme Kompressen mit Quark lindern die Beschwerden und haben einen angenehm kühlenden Effekt. Die Ringelblume besitzt ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung. Betroffene legen zur Linderung des Juckreizes einen warmen Umschlag mit Ringelblumen-Tee auf die Augen. Ein anderes bewährtes Hausmittel ist zum Beispiel eine Augenspülung mit dem abgekühlten Auszug der aufgebrühten Heilpflanze Augentrost. Alternativ können die Erkrankten ein mit dem Tee getränktes Tuch auf die entzündeten Augen legen. Auch Salben und Augentropfen mit den antientzündlichen Inhaltsstoffen dieser Heilpflanzen tragen zum Abheilen der Entzündung bei. "Irrtümlich wird oft Kamille empfohlen, diese kann das Auge allerdings zusätzlich reizen, allergische Reaktionen auslösen oder sogar Keime ins Auge bringen und sollte dringend vermieden werden", sagt Jäger.

Liegt eine allergische Bindehautentzündung vor, kann diese in der Selbstmedikation mit Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren in Form von Augentropfen behandelt werden – letztere müssen jedoch einige Tage im Voraus angewendet werden, um ihre Wirkung voll entfalten zu können. Bringen beide Mittel keine Besserung der Symptome, kann der Arzt rezeptpflichtige glukokortikoidhaltige Augentropfen verschreiben. Allergikern kann es zusätzlich helfen, die Augen mit einer isotonischen Kochsalzlösung zu spülen.

NK

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen