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Die tropische Riesenzecke Hyalomma ist etwa dreimal so groß wie der Gemeine Holzbock und besitzt gestreifte Beine.

Sie ist deutlich größer als der Gemeine Holzbock und hat gestreifte Beine: die tropische Riesenzecke Hyalomma.
© Universität Hohenheim / Marco Drehmann

Fr. 16. August 2019

Hyalomma-Zecke: erster Fleckfieber-Verdachtsfall

Die tropische Zecke Hyalomma, die unter anderem Fleckfieber übertragen kann, ist in Deutschland auf dem Vormarsch: Dieses Jahr wurden schon 50 Exemplare gefunden, 2018 waren es insgesamt 35. Experten gehen davon aus, dass die Zecken in Deutschland überwintert haben. Nun gibt es einen ersten Fleckfieber-Verdachtsfall.

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Ende Juli wurde ein Pferdebesitzer von einer Hyalomma-Zecke gestochen und erkrankte wenige Tage später an typischen Fleckfieber-Symptomen. Zu diesen zählen Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, ein Gefühl des Verbrennens sowie ein charakteristischer Hautausschlag, der der Krankheit den Namen gab. In der Zecke, die zur Untersuchung an die Universität Hohenheim geschickt worden war, wurde der Fleckfieber-Erreger Rickettsia aeschlimannii nachgewiesen. Bei dem Mann gelang der Nachweis nicht, weil er sofort mit Antibiotika behandelt worden war.

Die Parasitologin Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim folgert aus dem Fall: "Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch an Menschen geht, sondern es besteht leider auch der dringende Verdacht, dass hier in Deutschland eine Übertragung des Zeckenfleckfiebers durch die Tiere tatsächlich möglich ist."

Hyalomma-Zecken stammen ursprünglich aus Afrika, Asien und Südeuropa und können neben Fleckfieber auch zwei gefährliche Viren übertragen, die hämorrhagisches Fieber auslösen. Sie sind wesentlich größer als der normale einheimische Holzbock und saugen vor allem an großen Tieren, zum Beispiel an Pferden. Auffällig sind ihre gestreiften Beine. Wer so eine Zecke entdeckt, sollte sie am besten wie eine einheimische Zecke mit Zeckenzange, Zeckenkarte oder Pinzette entfernen und zu Forschungszwecken in einem kleinen, festverschlossenen Behälter an Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Universität Hohenheim, Fachgebiet für Parasitologie, Emil-Wolff-Straße 34, 70599 Stuttgart schicken.

ZOU

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