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Viele Deutsche sind abhängig von Schmerzmitteln.

Frauen sind deutlich häufiger von einer Schmerzmittelabhängigkeit betroffen als Männer.
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Di. 03. September 2019

Schmerzmittel haben ein hohes Suchtpotenzial

In Deutschland sind viele Menschen von einer Schmerzmittel- und Alkoholabhängigkeit betroffen. Das zeigen zwei Studien mit aktuellen Zahlen zum Suchtmittelkonsum in Deutschland, die im deutschen Ärzteblatt erschienen sind.

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Den Ergebnissen zufolge hatte fast jeder Dritte (31,4 Prozent) in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Schmerzmittel eingenommen, die nicht vom Arzt verordnet waren. Weitere 17,5 Prozent gaben an, sogenannte Analgetika auf ärztliche Anordnung eingenommen zu haben. Insgesamt entspricht dies hochgerechnet 26 Millionen Menschen, die im letzten Monat Schmerzmittel eingenommen hatten, davon 1,9 Millionen täglich. "Bei hochgerechnet etwa 1,6 Millionen der 18- bis 64-Jährigen ist von einer Abhängigkeit auszugehen", schätzen die Autoren um Professor Dr. Ludwig Kraus. Der Großteil der Suchterkrankungen sei auf nicht-opioidhaltige Schmerzmittel zurückzuführen, die entweder über Privatrezepte oder als OTC-Medikament erworben wurden. Frauen sind deutlich häufiger von einer Schmerzmittelabhängigkeit betroffen als Männer.

Große Probleme bereiten auch Alkohol und Nikotin. So hatten in den letzten 30 Tagen vor der Befragung 71,6 Prozent der Teilnehmer Alkohol konsumiert, was 36,9 Millionen Menschen entspricht. Riskanter Alkoholkonsum lag bei 18,1 Prozent der Befragten vor. Damit ist der tägliche Konsum von mehr als 12 Gramm (Frauen) beziehungsweise 24 Gramm (Männer) Reinalkohol gemeint. Unter einer alkoholbedingten Abhängigkeitsstörung leiden den Ergebnissen zufolge bundesweit rund 1,6 Millionen Personen. 2,8 Millionen Menschen rauchen täglich mehr als 20 Zigaretten.

Für die Studie werteten Forscher des Münchener Instituts für Therapieforschung (IFO) die Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2018 aus und rechneten die Zahlen auf die Gesamtbevölkerung hoch. Befragt wurden 9.267 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren; die Antwortrate lag bei 42 Prozent.

dh/PZ/NK

Quellen:

DOI 10.3238/arztebl.2019.0577

DOI 10.3238/arztebl.2019.0585

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