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Viele Diabetiker vernachlässigen ihre Füße.

Am besten waschen und inspizieren Diabetiker jeden Tag ihre Füße, um Verletzungen frühzeitig zu erkennen.
© iStock.com/AndreyPopov

Di. 17. September 2019

Zu viele Diabetiker vernachlässigen ihre Füße

Einer neuen Studie zufolge pflegt nur etwa jeder fünfte Patient mit diabetischen Fußkrankheiten seine Füße so, wie es empfohlen wird. Dabei ist die Fußpflege für diese Patienten besonders wichtig, um Infektionen, Geschwüre und Erkrankungen der Nerven möglichst zu vermeiden.

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Eine Befragung von 1.030 Patienten mit einem diabetischem Fußsyndrom, bei dem Blutgefäße und Nervenbahnen der Füße durch den zu hohen Blutzucker geschädigt sind, ergab, dass nur 20,8 Prozent der Patienten in der Türkei ihre Füße richtig pflegten. Bei 49,6 Prozent wurde die Fußpflege als "mittelmäßig" eingestuft, und 29,5 Prozent der Patienten hatten eine schlechte Fußpflege. Das berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Primary Care Diabetes".

Studienautorin Fatma Ylmaz Karadağ und ihre Kollegen von der Abteilung für Infektionskrankheiten und klinische Mikrobiologie an der Universität Istanbul weisen darauf hin, dass Fußpflege ein wirksames Instrument ist, um das Risiko für Neuropathie, Fußgeschwüre und Infektionen zu verringern. Die Forscher empfehlen, dass behandelnde Ärzte ihren Patienten mit Diabetes Informationen über die richtige Fußpflege anbieten und deren Füße regelmäßig untersuchen sollten.

Patienten können aber auch selbst viel beitragen:

  • Reinigen Sie Ihre Füße täglich für drei bis fünf Minuten mit lauwarmem Wasser. Dabei inspizieren Sie Ihre Füße und achten auf Druckstellen, Blasen, Rötungen oder Einrisse.
  • Je trockener die Füße sind, umso häufiger sollten Sie sie eincremen. Geeignet sind Emulsionen oder Pflegeschäume, die Harnstoff (Urea) enthalten.
  • Schneiden Sie Ihre Nägel nicht mit spitzen Nagelscheren, sondern feilen Sie sie gerade. Hornhaut und Schwielen werden mit einem Bimsstein entfernt, nicht mit einer Hornhautraspel. Noch besser ist eine regelmäßige Fußpflege bei einem Fußpfleger (Podologe).
  • Schuhe sollten breit und hoch sein, mit flachem Absatz, wenig biegsamen Sohlen und weichem Obermaterial. Schon beim Schuhkauf darauf achten, dass nichts stört und drückt. Am besten sind Strümpfe mit einem hohen Baumwollanteil ohne Nähte, die täglich gewechselt werden.

ZOU

Quelle: DOI 10.1016/j.pcd.2019.06.003

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