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Medikamente, die auch für Kinder untersucht wurden, fehlen in vielen Fällen.

Oft stehen Kinderärzte vor dem Problem, dass es keine Medikamente gibt, die speziell für Kinder getestet wurden.
© iStock.com/SeventyFour

Mi. 18. September 2019

Viele Kinder bekommen Medikamente für Erwachsene

Niedergelassene Ärzte verordnen bei Kindern immer häufiger Medikamente, die eigentlich gar nicht für sie zugelassen sind. Das zeigt eine neue Studie aus den USA. Die Ergebnisse unterstreichen den Mangel an Aufklärung, Forschung und Maßnahmen zur wirksamen und sicheren Verschreibung von Arzneimitteln bei Kindern.

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Die in der Fachzeitschrift Pediatrics veröffentlichte Studie beschreibt, dass Ärzte Kindern bei rund 19 Prozent aller Besuche ein oder mehrere "Off-Label"-Medikamente verordnen. "Off-Label" bedeutet, dass Medikamente für ein Anwendungsgebiet eingesetzt werden, für das sie von den Behörden keine Zulassung besitzen. Bei Kindern ist dies häufig der Fall, weil es für ihre Altersgruppen keine ausreichenden Studien gibt. Die am häufigsten verordneten "Off-Label"-Medikamente waren Antihistaminika und Antibiotika bei Atemwegsinfektionen, sowie Antidepressiva bei Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen, kurz ADHS.

Etwa 83 Prozent der Rezepte für Neugeborene, 49 Prozent für Säuglinge und 40 Prozent für andere Altersgruppen waren "Off-Label"-Medikamente. Zwischen 2006 und 2015 ist die Rate in den USA von 42 auf 47 Prozent gestiegen.

Prof. Daniel Horton, pädiatrischer Rheumatologe an der Rutgers Universität in New Jersey, weist darauf hin, dass dieses Vorgehen legal ist: "Wir verstehen jedoch nicht immer, wie sich ,Off-Label‘-Medikamente auf Kinder auswirken, da sie nicht immer wie Erwachsene auf Medikamente ansprechen." In manchen Fällen gibt es für diese Verschreibungen qualitativ hochwertige Nachweise für die unbedenkliche Verwendung, beispielsweise eignen sich Medikamente zur Vorbeugung von Erbrechen bei einer Chemotherapie auch recht gut zur Behandlung von Kindern mit anderen Ursachen für Erbrechen, etwa einer Virusinfektionen.

ZOU

Quelle: DOI 10.1542/peds.2019-0896

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