Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Kommt die Monats-Antibabypille?

Aktuelles

Forscher sind dabei, eine Pille einzunehmen, die nur einmal im Monat eingenommen werden muss.

Aktuell müssen Frauen jeden Tag an die Einnahme der Pille denken. Das könnte sich in Zukunft vielleicht ändern.
© New Africa - stock.adobe.com

Di. 10. Dezember 2019

Antibabypille nur noch einmal im Monat einnehmen?

Vergesslichkeit, Reisen, Schichtarbeit: Es gibt viele Gründe, warum Frauen es manchmal nicht schaffen, die Antibabypille täglich zur gleichen Zeit einzunehmen. Ein Team aus Cambridge und Boston hat jetzt eine Tablette entwickelt, die wochenlang im Magen verbleibt und den Wirkstoff langsam freisetzt. In der Fachzeitschrift "Science Translational Medicine" berichten sie über ihre erfolgreichen Versuche an Schweinen.

Etwa die Hälfte aller Frauen, die mit der Pille verhüten, vergisst innerhalb von drei Monaten mindestens eine Einnahme. Dadurch liegt die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft trotz eigentlich sicherer Verhütungsmethode bei neun Prozent pro Jahr. Wissenschaftler haben nun eine hochmoderne Verhütungspille konzipiert, die nur noch einmal pro Monat eingenommen werden muss.

Die fortschrittliche Pille besteht aus einem elastischen Kern, an dem sechs Ärmchen aus unterschiedlichen Materialien hängen. Als Kapsel geschluckt, entfaltet sich die Pille im Magen, so dass sie eine Größe erreicht, mit der sie den Magen nicht verlassen kann. Die Ärmchen sind mit dem empfängnisverhütenden Mittel beladen und geben dies aufgrund der unterschiedlichen Materialien nach und nach ab.

Pille gibt Wirkstoff nach und nach ab

Im Vergleich zur herkömmlichen Antibabypille, bei der der Pegel des empfängnisverhütenden Mittels in Schweinen nach sechs Stunden zu sinken begann, blieb die Konzentrationen des Arzneimittels bei der Hightech-Pille bis zu 29 Tage lang hoch.

"Unsere Kapsel stellt einen großen Fortschritt dar, weil sie Frauen ein Verhütungsmittel verschafft, das nur einmal im Monat eingenommen werden muss. Für viele mag dies schwer zu glauben sein. Unsere präklinischen Daten ermutigen uns jedoch auf diesem Weg", sagte Dr. Giovanni Traverso vom Brigham and Women’s Hospital in Boston.

Jetzt tüfteln die Forscher daran, die Pille für die Anwendung am Menschen anzupassen. In den nächsten Schritten sollen Fertigungsprozesse optimiert und Sicherheitsbewertungen durchgeführt werden.

ZOU

Quelle: DOI 10.1126/scitranslmed.aay2602

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen