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Es ist sinnvoll, den Verdacht auf eine Antibiotika-Allergie zeitnah zu überprüfen.

Liegt ein Verdacht auf eine Allergie gegen gewisse Antibiotika vor, lohnt es sich, diese Annahme beim Arzt überprüfen zu lassen.
© Deagreez/iStockphoto

Fr. 20. Dezember 2019

Viele Kinder sind gar nicht gegen Antibiotika allergisch

Die meisten Kinder, von denen angenommen wurde, dass sie gegen gängige Antibiotika-Klassen zur Behandlung von Atemwegs-, Darm- oder Hautinfektionen allergisch seien, waren bei näherer Betrachtung gar nicht wirklich allergisch. Vermeintliche Allergien führen aber dazu, dass bei Infektionen unnötigerweise häufig auf Antibiotika der ersten Wahl verzichtet wird, was die Entstehung von Antibiotikaresistenzen fördert.

Die vom australischen Murdoch Children's Research Institute durchgeführte Studie ergab, dass acht von zehn Kindern bestimmte Gruppen von Antibiotika unnötig meiden: Von 141 Kindern mit Verdacht auf eine Antibiotika-Allergie waren nur 18,1 Prozent wirklich allergisch. Nachdem die erste Reaktion stattgefunden hatte, vergingen durchschnittlich knapp zwei Jahre, bis die Allergie durch einen Test gesichert oder verworfen wurde, in einem Fall waren es sogar fast 15 Jahre.

Allergietest beim Arzt lohnt sich

Antibiotika gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten für Kinder, und die in der Studie untersuchten Antibiotika machten fast die Hälfte der in australischen Kinderkrankenhäusern verschriebenen Medikamente aus.

Studienleiterin Dr. Amanda Gwee erläutert: "Menschen mit Antibiotika-Allergien, denen alternative Antibiotika verabreicht werden, die nicht die Erstlinientherapie für ihre Infektion darstellen, bleiben länger im Krankenhaus und infizieren sich möglicherweise häufiger mit resistenten Bakterien." Das Ausräumen vermeintlicher Antibiotika-Allergien kann das umgehen und verhindert außerdem, dass Resistenzen gegen sogenannte Reserve-Antibiotika entstehen.

ZOU

Quelle: DOI 10.1542/peds.2019-2256

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