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Selbsthilfegruppen helfen beim Alkoholausstieg besonders effektiv.

Eine Gruppentherapie ist für alkoholkranke Menschen offenbar besonders effektiv.
© iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Do. 12. März 2020

Anonyme Alkoholiker: Besser als Psychotherapie?

Laut einer umfassenden Auswertung bieten die Anonymen Alkoholiker wirkungsvolle Hilfe beim Ausstieg aus der Alkoholsucht. Die Teilnahme bei der Selbsthilfeorganisation scheint sogar wirksamer als eine Psychotherapie zu sein.

Wissenschaftler haben die Wirksamkeit einer Teilnahme bei den Anonymen Alkoholikern mit anderen Therapien verglichen. Dabei zeigte sich, dass mehr alkoholkranke Menschen mit der Selbsthilfeorganisation eine Abstinenz erreichten als mit einer Psychotherapie, und das bei wesentlich geringeren Kosten für das Gesundheitssystem. Die Ergebnisse waren unabhängig davon, ob es sich bei den Studienteilnehmern um junge, ältere, männliche oder weibliche Personen handelte und aus welchem von fünf verschiedenen Ländern sie kamen.

Gegenseitige Unterstützung hilft bei der Abstinenz

Das Programm der Anonymen Alkoholiker ist den Forschern zufolge so wirksam, weil es auf sozialer Interaktion basiere, die Mitglieder sich gegenseitig emotional unterstützen und praktische Tipps geben, um auf das Trinken zu verzichten. Studienautor Keith Humphreys, Professor für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften, habe zu Beginn seiner Karriere selbst nicht geglaubt, dass eine Selbsthilfeorganisation zu ähnlich guten Ergebnissen kommen könnte wie Psychologen und Psychiater, die eine langjährige Ausbildung absolviert haben, um Alkoholerkrankungen zu behandeln. Heute gibt er vielen Patienten den Rat, es mit den Anonymen Alkoholikern zu versuchen.

Die Anonymen Alkoholiker fanden 1935 ihren Anfang, als zwei Männer aus Ohio nach einem Weg suchten, um nüchtern zu bleiben. Sie schafften es, indem sie eine Selbsthilfegruppe gründeten. Später entwickelten sie ein 12-Schritte-Programm, wobei der erste darin besteht, zu akzeptieren, dass man unfähig ist, das Trinken zu kontrollieren. Im letzten Schritt werden die eigenen Erfahrungen auf dem Weg zur Abstinenz an andere Betroffene weitergegeben. Das Modell hat sich auf der ganzen Welt verbreitet, es gibt mittlerweile über zwei Millionen Mitglieder in 180 Nationen.

ZOU

Quelle: DOI 10.1002/14651858.CD012880.pub2

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