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Schwerhörigkeit kann gefährlich werden.

Unser Hörsinn hat einen großen Einfluss auf das Gleichgewicht, wie eine neue Studie zeigt.
© Ridofranz/iStockphoto

Fr. 13. März 2020

Gutes Hören vermeidet Stürze

Wie gut und was Menschen hören – oder auch nicht hören – kann sich direkt auf ihr Gleichgewicht auswirken und das Risiko für Stürze erhöhen: Hintergrundgeräusche erleichtern zum Beispiel das Stehen auf einer unebenen Oberfläche, wie eine neue Studie zeigt.

Studienteilnehmer hatten größere Schwierigkeiten, auf einer wackeligen oder unebenen Oberfläche Balance zu halten, wenn es um sie herum ruhig war. Geräusche aus der Umgebung verbesserten die Balance dagegen deutlich. Besonders kontinuierliche Hintergrundgeräusche halfen den Teilnehmern dabei, das Gleichgewicht zu halten. Es ist aber auch möglich, das Gleichgewicht durch Geräusche zu stören: So hatten einige Menschen mit Pieptönen, die über einen Kopfhörer zwischen links und rechts hin und her sprangen, größere Schwierigkeiten mit der Balance.

Es zeigte sich auch, dass Geräusche für das Gleichgewicht umso wichtiger wurden, je schwieriger die Balanceübungen wurden und je stärker die Sinneswahrnehmung der Testpersonen eingeschränkt war: Wenn blinde oder schwerhörige Menschen gleichmäßige Geräusche hörten, verbesserte sich ihr Gleichgewicht deutlich. Die Autoren glauben, dass Hintergrundgeräusche als "auditorischer Anker" fungieren und uns unbewusst ein Bild der Umgebung liefern.

Bei Stürzen das Hörvermögen testen lassen

"Bei Patienten mit Hörverlust besteht ein höheres Risiko für Instabilität und Stürze. Altersbedingter Hörverlust ist weit verbreitet und betrifft bis zu zwei Drittel der über 70-Jährigen", sagte Prof. Dr. Maura Cosetti. Wenn ältere Menschen stürzen, konzentrieren sich Ärzte in der Regel auf Sehprobleme, überprüfen die Knochen und die Füße auf Nervenerkrankungen und ignorieren dabei Probleme mit dem Hören. "Diese Analyse unterstreicht die Bedeutung des Hörens für unseren Gleichgewichtssinn. Und weil Hörverlust behandelbar ist, ist die Überprüfung des Hörvermögens ein entscheidender erster Schritt", sagt Cosetti.

ZOU

Quelle: DOI 10.1001/jamaoto.2020.0032

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