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Forscher haben eine Substanz gegen das Gift von Schlangen gefunden.

Die Sandrasselotter ist in vielen Teilen Asiens verbreitet und gehört zu den gefährlichsten Giftschlangen der Welt.
© iStock.com/Lakeview_Images

Mo. 11. Mai 2020

Schnellere Behandlung von Schlangenbissen

Im Schlangengift sind oft Enzyme enthalten, die ihre tödliche Wirkung nur in Anwesenheit von Metallionen – meist Zink – entfalten können. Ein Forschungsteam aus Liverpool hat unter Substanzen, die normalerweise bei Schwermetallvergiftungen eingesetzt werden, zwei identifiziert, die auch gegen Schlangengifte eingenommen werden könnten.

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In Tierversuchen zeigte das Team, dass eine der Subtanzen Schutz gegen das tödliche Gift von Sandrasselottern bietet – äußerst gefährliche Vipern, die in Teilen Afrikas und Asiens weit verbreitet sind. Von besonderer Wichtigkeit ist, dass der Wirkstoff einfach zu verwenden ist und mit einer späteren Behandlung im Krankenhaus kombiniert werden kann.

Behinderungen und Todesfälle verhindern

Der Wirkstoff könnte kurz nach einem Schlangenbiss als orales Arzneimittel eingesetzt werden, bevor der Weg zur nächstgelegenen Klinik angetreten wird, der unter Umständen Stunden dauern kann. Diese frühzeitige Behandlung zusammen mit einem später verabreichten Gegengift kann Gliedmaßen und Leben in den ärmsten Gemeinden der Welt retten. Von Vorteil ist außerdem, dass es sich um ein bereits zugelassenes Arzneimittel handelt, das sicher und günstig ist, wie die Forscher im Fachmagazin Science Translational Medicine berichten.

Schlangenbisse gehören zu den "vernachlässigten" Gesundheitsproblemen der Welt: Jedes Jahr sterben bis zu 138 000 Personen durch Schlangenbisse, und schätzungsweise 400 000 Opfer tragen dauerhaft Behinderungen oder Entstellungen davon. Am stärksten gefährdet sind Menschen in Afrika südlich der Sahara, Asien und Lateinamerika, die als Landwirte arbeiten. Die Armut und Abgelegenheit in vielen dieser Regionen führt dazu, dass Schlangenbissopfer häufig erst nach großer Verzögerung in einer Klinik mit Gegengift behandelt werden können.

ZOU

Quelle: DOI 10.1126/scitranslmed.aay8314

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