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Forscher haben Studien zu den gesundheitlichen Folgen von Fluorid ausgewertet.

Fluorid stärkt die Zähne und schützt vor Karies, daher ist das Spurenelement vielen Zahncremes zugesetzt.
© iStock.com/bernardbodo

Mi. 13. Mai 2020

Fluorid: Nützlich oder schädlich?

In den vergangenen Jahren gab es vermehrt Diskussionen darüber, ob sich Fluorid, das unter anderem in vielen Zahncremes steckt, negativ auf die geistige Entwicklung und das Nervensystem auswirken könnte. Ein Forscherteam aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt nun zu dem Ergebnis, dass die aktuelle Aufnahme von Fluorid in Europa kein Anlass zur Besorgnis ist.

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Über das Trinkwasser, Lebensmittel und Zahnpflegemittel nehmen wir Fluorid auf. Das Spurenelement kann das Risiko für Karies deutlich reduzieren, allerdings wurde in den letzten Jahren auch vermehrt über gesundheitliche Risiken diskutiert. Einige Studien haben angeblich einen Zusammenhang zwischen einer hohen Fluoridaufnahme und der Intelligenz von Kindern festgestellt. Bei näherer Betrachtung lässt sich diese Aussage aber nicht nachvollziehen: "Die meisten der einbezogenen Studien sind methodisch zu schlecht angelegt, um einen Zusammenhang zu bestätigen. So werden verzerrende Faktoren wie der familiäre Sozialstatus, der Beitrag weiterer Fluoridquellen zur Exposition oder die Aufnahme von Neurotoxinen wie Arsen über das Trinkwasser unzureichend oder gar nicht berücksichtigt", erklärt der Toxikologe Prof. Jan Hengstler vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund.

Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen

Um so einen Zusammenhang wirklich herstellen zu können, sind Langzeitstudien erforderlich. Davon gibt es bislang jedoch nur zwei, von denen in einer keine Assoziation feststellbar war, und in der anderen nur für Jungen – bei den Mädchen war der Intelligenzquotient sogar teilweise höher, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft höheren Fluoridkonzentrationen ausgesetzt waren.

Eine Auswertung von 26 Laborstudien, in denen die Wirkung von Fluoriden auf Zellen untersucht worden waren, zeigte, dass die Fluoridkonzentrationen im menschlichen Blut sehr weit unter denen liegen, die sich negativ auf Nervenzellen auswirken. Hengstler kommt deshalb zu der Schlussfolgerung: "Das aktuell verfügbare Wissen rechtfertigt nicht, Fluorid als entwicklungsneurotoxisch bei den Werten einzustufen, denen wir in Europa ausgesetzt sind."

ZOU

Quelle: DOI 10.1007/s00204-020-02725-2

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