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Schätzungsweise 40 Prozent aller Kinder hatten bereits eine Infektion mit Madenwürmern.

Kleinkinder nehmen alles in den Mund, das ihnen zwischen die Finger kommt. Dabei können sie sich mit Madenwürmern infizieren.
© iStock.com/Halfpoint

Di. 07. Juli 2020

Madenwürmer bei Kindern: Kein Grund zur Panik

Kleine Kinder infizieren sich besonders häufig mit Madenwürmern: Sie erkunden die Welt mit dem Mund und können dabei, zum Beispiel durch Erde, Sand oder verunreinigtes Spielzeug, Madenwürmer aufnehmen. Der Befall ist zwar harmlos, doch die Infektion sollte möglichst schnell behandelt werden, da sie ansteckend ist.

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Eine Infektion mit Madenwürmern ist keine Seltenheit: Schätzungsweise 40 Prozent aller Fünf- bis Neunjährigen sind betroffen, in deutschen Kinderarztpraxen werden wöchentlich bis zu fünf Kinder wegen eines Infektionsverdachts vorgestellt.

Bemerkbar macht sich eine Infektion oft durch nächtlichen Juckreiz im Anal- und Vaginalbereich. Entdecken Eltern beim Windelnwechseln oder im Slip kleine Würmer, besteht kein Grund zur Panik. Allerdings sollte das betroffene Kind schnell dem Arzt vorgestellt werden. Bei Mädchen besteht die Gefahr, dass der Wurm die weiblichen Genitalien befällt und dort eine Entzündungsreaktion auslöst. Bei sehr starkem Befall kann es zu Durchfällen, Bauchschmerzen und Übelkeit kommen, in seltenen Fällen zu entzündlichen Prozessen in der Darmwand.

Medikation richtig handhaben

Zur Behandlung kann der rezeptfreie Wirkstoff Pyrvinium für Kinder ab einem Jahr eingesetzt werden. Bei der Gabe von Pyrvinium bildet sich ein Farbstoff, der den Stuhl hellrot einfärbt und aus Textilien nicht entfernt werden kann – Eltern sollten keinen Schreck bekommen und meinen, es sei Blut im Urin. Sind die Kinder jünger, sollten Eltern Wurmpräparate nur in Rücksprache mit dem Arzt anwenden. Für die Kleinen gibt es in der Apotheke vor Ort eine Suspension, die vor Gebrauch geschüttelt werden muss und mit Fruchtsaft vermischt werden kann. Weitere Präparate mit Wirkstoffen wie Pyrantel, Albendazol und Mebendazol sind verschreibungspflichtig.

Angehörige gleich mitbehandeln

Eine medikamentöse Behandlung ist notwendig, auch wenn Madenwürmer und Eier nach einigen Wochen von selbst absterben. Denn ohne eine Therapie kommt es zu einem ständig neuen Befall durch orale Aufnahme oder Inhalation noch vorhandener Eier in der Umgebung. Daher sollten alle infizierten Patienten – Geschwister und Eltern eingeschlossen – die Therapie am selben Tag beginnen und mindestens einmal nach zwei Wochen wiederholen. Auch eine dritte Einnahme nach weiteren zwei Wochen kann erwogen werden, um alle Entwicklungsstadien des Wurmes zu erfassen.

Die Eier der Madenwürmer bleiben bei kühlen, feuchten Bedingungen bis zu drei Wochen infektiös. Daher sollten zu Behandlungsbeginn auch Bettwäsche, Handtücher, Kleidung und Kuscheltiere bei 60°C gewaschen werden. Schlafräume werden gründlich durchgewischt, Türklinken und Sanitäreinrichtungen geputzt und Spielzeug mit heißem Wasser gereinigt. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist in der Regel nicht notwendig.

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife gehört ebenfalls dazu, außerdem empfehlen sich kurz geschnittene Fingernägel. Kleinkinder werden möglichst eng gewickelt, um weiteres Kratzen im Schlaf zu vermeiden. Außerdem sollte jedes Familienmitglied sein eigenes Handtuch verwenden.

AK Niedersachsen/NK

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