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Mit Bempedoinsäure lässt sich hohes Cholesterin gut senken.

Hohe Blutfettwerte können mit Statinen behandelt werden. Seit Frühjahr ist ein weiterer Cholesterinsenker zugelassen, der gute Ergebnisse erzielt.
© iStock.com/Prostock-Studio

Mi. 08. Juli 2020

Bempedoinsäure: Neuer Cholesterinsenker zeigt gute Erfolge

Im April wurde in Europa der Wirkstoff Bempedoinsäure für die Behandlung eines zu hohen Cholesterinspiegels zugelassen. In einer neuen Übersichtsarbeit wurde nun überprüft, wie groß der Effekt des Arzneimittels allein oder in Kombination mit anderen Cholesterinsenkern aus der Gruppe der Statine ist. Die Ergebnisse sind im Fachblatt Yama veröffentlicht.

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Forscher der Medizinischen Universität Łódź in Polen haben die Ergebnisse aus vier klinischen Studien, die zwischen 2016 und 2018 mit insgesamt 3.623 Teilnehmern durchgeführt worden waren, ausgewertet. Dabei haben sie festgestellt, dass das schädliche LDL-Cholesterin bei den Personen, die schon mit Statinen behandelt wurden, bei zusätzlicher Einnahme von Bempedoinsäure nach zwölf Wochen um durchschnittlich 18 Prozent gesunken war. Knapp 29 Prozent der Teilnehmer erreichten den Zielwert von weniger als 70 mg/dl, in der Kontrollgruppe, die ein Placebo bekommen hatten, waren es nur 8 Prozent. Auch nach 24 und 52 Wochen ergab sich ein ähnliches Bild.

Bempedoinsäure ist auch ohne Statine wirksam

Manche Menschen vertragen keine Statine. Dies war bei 614 Personen der Fall. Sie hatten vor Beginn der Therapie mit Bempedoinsäure einen durchschnittlichen LDL-Wert von 144 mg/dl. Dieser wurde durch die alleinige Gabe von Bempedoinsäure um 25 Prozent gesenkt, wobei der Effekt ebenfalls über ein Jahr hinweg stabil blieb. Die Forscher rechnen damit, dass der neue Wirkstoff das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 11 bis 21 Prozent senkt.

Die Einnahme von Bempedoinsäure beeinflusste auch weitere Blutfettwerte und Entzündungsparameter positiv. Relativ selten gab es aber auch Nebenwirkungen, z. B. kam es in einigen Fällen zu erhöhten Harnsäurespiegeln und Gicht sowie schlechteren Nieren- oder Leberwerten. Diabetes wurde unter Einnahme von Bempedoinsäure dagegen seltener neu diagnostiziert.

ZOU

Quelle: DOI 10.1001/jamacardio.2020.2314

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