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Bei Rheumaerkrankungen kommt oft Kortison zum Einsatz.

Viele Patienten mit Rheuma erhalten Kortison, das jedoch langfristig Nebenwirkungen verursachen kann.
© iStock.com/AND-ONE

Fr. 31. Juli 2020

Kortison lässt sich bei Rheuma häufig absetzen

Viele Rheuma-Patienten nehmen dauerhaft geringe Mengen an Kortison ein, um die Erkrankung in Schach zu halten. Kortisonpräparate haben jedoch Nebenwirkungen. Deshalb wurde in einer Studie untersucht, ob sich ein Absetzen des Kortisons negativ auf die Symptome auswirkt. Bei mehr als der Hälfte der Patienten war das problemlos möglich, wie Forscher im Fachblatt "The Lancet" berichten.

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Alle Teilnehmer der Studie hatten neben dem entzündungshemmenden Antikörper Tocilizumab mindestens ein halbes Jahr lang Kortisonpräparate erhalten und hatten ihre Rheumaerkrankung damit weitgehend unter Kontrolle. Während die Behandlung in der Kontrollgruppe unverändert mit beiden Medikamenten fortgesetzt wurde, setzte die andere Gruppe die Kortisonpräparate innerhalb von vier Monaten nach und nach ab, behielt Tocilizumab jedoch bei. Bei 65 Prozent derjenigen, die das Kortisonpräparat schrittweise abgesetzt hatten, kam es zu keinem Wiederaufflammen der Entzündung. In der Kontrollgruppe, die weiter eine niedrige Dosis Kortison bekamen, war dies bei 77 Prozent der Patientinnen und Patienten der Fall. In keiner der beiden Gruppen kam es zu schwerwiegenden Problemen, größeren Veränderungen der Laborwerte oder Entzugserscheinungen.

Kortison langsam ausschleichen

"Die Behandlungserfolgsrate von 65 Prozent beim Ausschleichen der Kortisonpräparate ist für eine gemeinsame Entscheidungsfindung mit den Betroffenen von großer Bedeutung. Es kann nun im Einzelfall beurteilt werden, ob eine weitere Therapie mit Glukokortikoiden sinnvoll ist oder ein Absetzen versucht wird", sagte Prof. Dr. Gerd Rüdiger, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie am Campus Charité Mitte in Berlin.

Kortisonpräparate sind hochwirksam für die Behandlung von Entzündungskrankheiten. Bei langfristiger Einnahme unterdrücken sie jedoch die körpereigene Kortisonproduktion und können zu Nebenwirkungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Infektionen, Müdigkeit und starken Blutdruckabfall führen. Um Entzugserscheinungen vorzubeugen, müssen solche Medikamente nach und nach abgesetzt ("ausgeschlichen") werden, damit der Körper die Produktion wieder aufnimmt.

ZOU

Quelle: DOI 10.1016/S1040-6736(20)30636-X

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