Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Hitzschlag – was ist das eigentlich?

Aktuelles

Paar in der Sonne

Sie schützen sich richtig: luftige Kleider und Kopfbedeckung.
© mauritius images

Sa. 09. Juli 2011

Hitzschlag – was ist das eigentlich?

Sonnenschein und Wärme sind angenehm, können den Körper aber überfordern. Professor Dr. Andreas Michael Zeiher, Direktor der Medizinischen Klinik III des Zentrums für Innere Medizin der Goethe-Universität Frankfurt, erklärt, was im Falle von Hitzschlag oder Sonnenstich zu tun ist.

Wie unterscheiden sich Hitzschlag und Sonnenstich?

Zeiher: Der Hitzschlag stellt die schwerste Form eines Hitzeschadens dar. Er kann entstehen, wenn man bei Hitze schwer körperlich arbeitet und gleich zeitig zu dicke Kleidung trägt. Der Körper kann die überschüssige Wärme nicht mehr abgeben, und der Kreislauf gerät komplett durcheinander. Es kommt zu einem lebensbedrohlichen Zustand mit Bewusstlosigkeit, Koma, Krampfanfällen und Schock. Der Sonnenstich ist weitaus häufiger. Er trifft Menschen, die ihren unbedeckten Kopf zu lange der Sonne aussetzen. Man erkennt ihn gut, weil er mit Kopf- und Nackenschmerzen beginnt. Später kommen Erbrechen und gelegentlich eine Bewusstseinsstörung hinzu.

Anzeige

Wie läuft die Behandlung ab?

Zeiher: Der Hitzschlag ist ein absoluter Notfall. Die Patienten müssen in der Regel 24 Stunden stationär überwacht werden, um einen möglichen Krampfanfall sofort behandeln zu können. Sie bekommen große Mengen Flüssigkeit: bis zu einem Liter pro Stunde per Infusion. Aber nach ein bis zwei Tagen geht es den meisten wieder besser. Bei einem Sonnenstich gilt es, zuerst die direkte Sonne zu meiden und viel zu trinken. Auch ein kaltes Tuch auf Stirn und Nacken tut gut. Nach 12 bis 14 Stunden ist er meist überstanden, die Kopfschmerzen können jedoch noch länger andauern.

Wie kann man vorbeugen?

Zeiher: Am besten setzt man sich nicht direkt der Sonne aus. Wenn doch, sind leichte Kleidung und eine gute Luftzirkulation wichtig, damit die Hitze über die Haut gut abgegeben werden kann. Das gilt gerade, wenn man in der Hitze arbeiten muss. Vor einem Sonnenstich schützt ein Hut oder ein Sonnenschirm. Besonders vorsichtig müssen Menschen mit Glatze sein.

RF

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Madenwürmer: Bei Kleinkindern häufig

Die Infektion ist ansteckend und lästig, aber in der Regel harmlos.

Warum Dehnen so gesund ist

Regelmäßige Übungen verbessern den Blutfluss und schützen vor Herzkrankheiten und Diabetes.

Lichtempfindlich durch Medikamente

Einige Arzneimittel machen die Haut empfindlicher für UV-Strahlen. Im Sommer ist besondere Vorsicht geboten.

Rituale lindern Angst und Stress

Feste Rituale helfen, schwierige Lebenssituationen gut zu überstehen.

Lange, helle Kleidung schützt vor Zecken

Zusätzlich können Repellents Zecken und andere Insekten fernhalten.

Kopf gestoßen: Gefahr für das Gehirn?

Stöße auf den Kopf können das Gedächtnis beeinträchtigen und sogar Depressionen auslösen.

Corona: Welche Rolle spielt Vitamin D?

Vitamin-D-Mangel könnte das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöhen.

Urlaubszeit: Impfung gegen FSME sinnvoll

In vielen Teilen Deutschlands ist das Risiko einer Infektion mit FSME deutlich erhöht.

Welcher Sonnenschutz für Kinder?

Die Stiftung Warentest hat 17 Produkte speziell für Kinder getestet.

Mehr frisches Essen im Corona-Lockdown

Die Ernährung der Deutschen hat sich während der Corona-Pandemie verändert.

Coronavirus, Grippe oder Erkältung?

Die bislang größte Studie zu den Symptomen von Covid-19 wurde jetzt veröffentlicht.

Arzneimittel im Sommer richtig lagern

Einige Medikamente vertragen Sommerhitze nicht besonders gut.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen