Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Kein Fischöl bei Chemotherapie

Aktuelles

Lachs auf Eis

Fischöl zum Beispiel aus Lachs hilft, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Wer sich einer Chemotherapie unterzieht, verzichtet aber besser auf solche Präparate.
© Oleg Zhukov - Fotolia

Do. 15. September 2011

Fischöl verringert Wirkung der Chemotherapie

Wer sich wegen einer Krebserkrankung einer Chemotherapie unterzieht, sollte besser die Finger von Fischöl-Präparaten lassen. Diese Warnung veröffentlichen Wissenschaftler des niederländischen University Medical Center in Utrecht im Fachblatt Cancer Cell. Ihren Forschungen zufolge könne Fischöl die Krebszellen gegen Chemotherapeutika unempfindlich machen.

Viele Medikamente, die zur Krebsbekämpfung im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt werden, verlieren mit der Zeit ihre Wirksamkeit. Warum das so ist, war bislang unklar. Nun haben die niederländischen Wissenschaftler Substanzen entdeckt, die diesen Effekt erklären: bestimmte Fettsäuren, die in den Blutstammzellen gebildet werden.

Anzeige

Im Tierexperiment konnten die Forscher nachweisen, dass die Blutstammzellen von Mäusen auf die Gabe des Krebsmedikaments Cisplatin mit einer Ausschüttung von zwei bestimmten Fettsäuren reagierten. Das führt dazu, dass die Krebszellen immer weniger auf das Chemotherapie-Medikament reagieren. Gibt man hingegen Wirkstoffe, die diese Fettsäuren blockieren, kann Cisplatin wieder seine Wirkung entfalten und die Tumoren verkleinern sich.

Die speziellen Fettsäuren werden aber nicht nur von Stammzellen gebildet. Sie finden sich auch in vielen kommerziellen Produkten, so etwa Algenextrakten und eben Fischöl-Kapseln mit sogenannten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Diese werden beispielsweise eingesetzt, um zu hohe Blutfettwerte zu senken. In Experimenten konnten die Wissenschaftler zeigen, dass auch handelsübliche Fischöl-Produkte die Wirksamkeit der Cisplatin-Chemotherapie bei den Mäusen empfindlich störte.

Cisplatin ist Bestandteil vieler Chemotherapien und wird bei den unterschiedlichsten Krebsarten eingesetzt: Lungen-, Hoden-, Blasen- und Eierstockkrebs sowie bösartigen Tumoren an Kopf und Hals. Noch müssen die Forscher den Zusammenhang genauer untersuchen. Bis dahin raten sie Krebspatienten, die sich einer Cisplatin-Chemotherapie unterziehen, lieber auf Fischölkapseln zu verzichten.

KK

Mehr zu diesem Thema lesen Sie bei aponet.de in einem Beitrag über Komplementärmedizin bei Krebs.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Experten warnen vor Aluminium

Vor allem für Kinder ist Aluminium eine Gefahr für die Gesundheit.

Sorgen Statine für Gedächtnisstörungen?

Patienten, die Cholesterinsenker einnehmen, müssen sich keine Sorgen machen.

Fakten und Mythen über Antibiotika

Muss man die Packung wirklich bis zum Ende nehmen? Experten klären auf.

Demenz: 6 Tipps für pflegende Angehörige

Einige Dinge können für Entlastung sorgen, etwa das Engagieren einer Nachtpflege.

Was hilft Babys gegen Bauchweh?

Forscher haben die Wirkung verschiedener Hausmittel systematisch untersucht.

Diclofenac für Herzpatienten riskant

Trotzdem wird das Schmerzmittel immer noch von vielen Ärzten verschrieben.

Brustkrebs: Sport verbessert Prognose

Das gilt auch, wenn Frauen erst nach der Diagnose damit anfangen.

Krafttraining sorgt für ein gesundes Herz

Die Muskelmasse gibt Hinweise auf das künftige Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Was hilft bei häufigen Wadenkrämpfen?

Maßnahmen wie Dehnen und Magnesium haben nicht bei allen Patienten Erfolg.

Schlafstörungen sind ein Gesundheitsrisiko

Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht sich dadurch deutlich.

Sport treiben mit Herzschwäche?

Eine neue Studie zeigt, dass Bewegung dazu beiträgt, steife Blutgefäße zu lockern.

Besser essen im Job – so klappt es

Beim Mittagessen am Arbeitsplatz bleibt die gesunde Ernährung oft auf der Strecke.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen