Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Scheinmedikament wirkt

Aktuelles

Tabletten Placebo

Wirkstofffreie Arzneimittel, sogenannte Placebos, wirken offensichtlich auch, wenn der Patient weiß, dass sie keinen Arzneistoff enthalten.
© Techniker Krankenkasse

Mo. 29. August 2011

Placebo: Wirkt auch bei Wissenden

Den Placeboeffekt gibt es auch dann, wenn die Patienten wissen, dass sie ein wirkstofffreies Präparat einnehmen. Diese auf den ersten Blick widersprüchliche Aussage machen US-amerikanische Forscher ausgehend von einer offenen Placebostudie an Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS).

Im Fachjournal «PLoS one» berichten die Wissenschaftler, dass sich Häufigkeit und Schwere der Reizdarmsymptomatik unter dreiwöchiger Placeboeinnahme deutlich stärker verbesserten als in einer Kontrollgruppe, die gar keine Behandlung erhielt. Voraussetzung war, dass den Studienteilnehmern die Scheinmedikamente als "Placebo-Tabletten aus einer wirkungslosen Substanz, ähnlich Zuckerpillen", präsentiert wurden, die "in klinischen Studien eine Verbesserung der Reizdarmsymptome durch Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers bewirkt haben".

Anzeige

An der Untersuchung nahmen 80 vornehmlich weibliche Patienten teil, die entweder der Placebo- oder der Kontrollgruppe zugeordnet wurden. Nach drei Wochen gaben 22 von den 37 Patienten in der Placebogruppe an, dass sich ihre Reizdarmsymptome gebessert hätten. Das entspricht 59 Prozent. Diese Ansprechrate ist deutlich höher als jene, die üblicherweise in klinischen Studien beobachtet wird, in denen Placebo die Kontrolle gegenüber einer pharmakologisch wirksamen Substanz darstellt. In solchen Studien sprechen etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten auf Placebo an. Die Autoren führen diesen Unterschied darauf zurück, dass die Patienten in der aktuellen Studie wussten, dass ihr Medikament wirkt, wenn auch nicht pharmakologisch. Teilnehmer von placebokontrollierten Studien wären sich dagegen bewusst, dass sie nur eine 50-prozentige Chance auf eine wirksame Therapie haben. Die absolute Gewissheit, die beabsichtigte Therapie auch tatsächlich zu erhalten, könnte aus Sicht der Autoren eine Erklärung für die höhere Ansprechrate sein.

Immerhin 35 Prozent der Patienten in der gar nicht behandelten Kontrollgruppe berichteten bei Studienende von einer Besserung ihrer Reizdarmsymptomatik. Diesen "Placeboeffekt ohne Placebo" führen die Autoren auf den freundlichen Umgang des medizinischen Personals mit den Studienteilnehmern zurück. Die statistisch signifikant höhere Ansprechrate der Placebo- gegenüber derjenigen der Kontrollgruppe zeige aber, dass hinter dem Placeboeffekt mehr als nur die Freundlichkeit der Untersucher stecke.

am/PZ

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tricks vom Apotheker: Tabletten schlucken

Mit diesen zwei Tricks klappt das Herunterschlucken von Kapseln und Tabletten ganz einfach.

Diese Schlaf-Mythen sind gefährlich

Experten räumen mit Gerüchten auf, von denen einige sogar die Gesundheit gefährden.

Zinkoxid hemmt Körpergeruch effektiv

Die chemische Verbindung reduziert unangenehme Gerüche in der Achselhöhle.

4 Tipps: Stillen nach dem Kaiserschnitt

Nach einem Kaiserschnitt ist das Stillen manchmal problematisch.

Vegan leben in der Schwangerschaft?

Damit sich das Gehirn des Babys entwickeln kann, müssen Frauen ausreichend Vitamin B12 zu sich nehmen.

Rauchstopp gelingt zusammen besser

Paare, die gemeinsam mit dem Rauchen aufhören, haben eine deutlich höhere Erfolgschance.

Atemtraining für den Blutdruck

Fünf Minuten Training pro Tag senken den Blutdruck und verbessern die Fitness.

Medikamentöse Therapie bei Parkinson

Experten klären am Lesertelefon darüber auf, wie sich die Krankheit behandeln lässt.

Fluorchinolone nur noch für den Ernstfall

Gewisse Antibiotika dürfen wegen schwerer Nebenwirkungen nur noch in Ausnahmefällen verordnet werden.

Frühlingswetter sorgt oft für Erkältungen

Durch die schwankenden Temperaturen ist das Immunsystem gerade besonders belastet.

Sanfte Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden

Leichte bis mäßige Beschwerden lassen sich mit pflanzlichen Medikamenten lindern.

Laufen hält die Zellen jung

Ausdauertraining wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen bremst die zelluläre Alterung.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Krank und was jetzt?

TreppenlifteHaben Sie sich schon einmal im Internet über Krankheiten und Therapien schlau gemacht?

Machen Sie mit bei der größten Befragung unter Patienten in Deutschland!

Themenspecial: Gesunde Haut

Frau mit Hut im GrünenIm neuen Themenspecial "Gesunde Haut"
lesen Sie auf aponet.de viel Wissenswertes über die richtige Pflege für jeden Hauttypen.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Anzeige

Service

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen