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Aktive Senioren beim Herbstspaziergang

Senioren tun dem Klima gut. Denn ältere Menschen produzieren weniger schädliches Kohlendioxid (CO2) als junge Menschen.
© Robert Kneschke - Fotolia

Do. 10. November 2011

Mehr Senioren - besseres Klima

Forscher des Max Planck Instituts (MPI) für demographische Forschung in Rostock haben einen klaren Gewinner des demografischen Wandels gefunden: das Klima. Ihren Berechnungen zufolge produzieren ältere Menschen weniger schädliches Kohlendioxid (CO2) als junge Menschen – und damit kommt die Alterung der Gesellschaft letztlich dem Klimawandel zugute.

Den Vereinten Nationen zufolge wird der Anteil der Über-65-Jährigen von 8 Prozent heute auf etwa 13 Prozent im Jahr 2030 zunehmen. Zeitgleich wird die Lebenserwartung steigen, beispielsweise von aktuell gut 78 Jahren auf über 83 Jahre im Jahr 2050. Die Alterung der Gesellschaft birgt viele Nachteile: Die Ausgaben für die Alters- und Gesundheitsvorsorge werden steigen, Wirtschaft, Arbeitswelt und die staatliche Infrastruktur müssen sich der veränderten Nachfrage anpassen. Die Forscher des MPI haben nun errechnet, wie sich dieser gesellschaftliche Wandel auf das Klima auswirken wird. Dazu haben sie etwa erfasst, wie viele Dollars die Amerikaner in unterschiedlichen Lebensaltern für besonders energie-aufwändig produzierte Güter und Dienstleistungen ausgeben wie etwa Strom, Benzin oder Flugreisen. Für diese Produkte wurde dann der CO2-Ausstoss errechnet und so eine altersbezogene Klimabilanz erstellt.

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Menschen im mittleren Lebensalter produzieren mehr CO2 als junge Menschen. Sie nutzen häufiger Auto oder Flugzeug und verbrauchen mehr Strom. Mit dem Eintritt ins Rentenalter produzieren die Menschen so viel CO2 wie nie wieder in ihrem Leben: jeder Amerikaner dieser Altersklasse sorgt pro Jahr für gut 14,9 Tonnen CO2. Danach fällt der Kohlendioxid-Ausstoß ab: 80-Jährige schlagen jährlich nur noch mit rund 13,1 Tonnen CO2 zu Buche. Für noch ältere Amerikaner waren leider keine Daten zu bekommen, die Experten gehen aber davon aus, dass die CO2-Produktion mit steigendem Alter immer weiter abnimmt. Denn ältere Menschen geben einen Großteil ihres Einkommens für Gesundheitsleistungen aus, die häufig keine so schlechte CO2Bilanz haben wie etwa Flugreisen oder Autos. Bereits mit 60 Jahren gehen etwa die jährlichen Ausgaben für Benzin stark zurück, wohingegen der Strom- und Erdgasverbrauch steigt: ein Zeichen dafür, dass ältere Menschen zunehmend ihren Bewegungsradius eingrenzen und mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen.

Für die USA bedeutet das beispielsweise, dass in den nächsten vier Jahrzehnten der CO2-Ausstoss zwar leicht zunehmen wird. Auf lange Sicht aber werden durch die steigende Lebenserwartung die CO2-Emissionen abnehmen. Diese Zahlen beziehen sich zwar auf die USA, weil hier die Daten am einfachsten zu beschaffen waren. Allerdings – so die Experten – lassen sie sich problemlos auch auf andere Industrienationen übertragen. Ob das Klima tatsächlich von den Alten profitieren wird, kann hingegen nur die Zeit zeigen.

KK

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