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Londoner Taxis in einer Reihe.

Taxifahrer in London müssen Tausende von Sehenswürdigkeiten auswendig finden.
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Mo. 12. Dezember 2011

Das Gehirn wächst beim Lernen

Das Gehirn wächst mit seinen Aufgaben – zumindest auf bestimmte Regionen des zentralen Denkorgans trifft das zu. Das zeigten britische Wissenschaftler mithilfe von 79 angehenden Londoner Taxifahrern.

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Über 25.000 Straßen und tausende Plätze mit Sehenswürdigkeiten müssen angehende Londoner Taxifahrer auswendig lernen und sich deren räumliche Verhältnisse einprägen, bevor sie die Lizenz erhalten, Einheimische und Touristen durch die britische Hauptstadt kutschieren zu dürfen. Mehrere Jahre sind sie damit beschäftigt. Eine aktuelle Studie untersuchte Veränderungen, die in dieser Zeit im Gehirn vor sich gehen.

Wissenschaftler machten dazu vor Lernbeginn, im Verlauf des Lernens sowie nach bestandener (oder nicht bestandener) Prüfung Aufnahmen des Gehirns mit dem Kernspintomographen. Dabei stellten sie fest, dass bei den 39 erfolgreichen Absolventen die Masse derjenigen Region des Gehirns, die für die Merkfähigkeit zuständig ist, zugenommen hatte. Wissenschaftler sprechen von der Plastizität des Gehirns. Bei den 41 erfolglosen Kandidaten sowie bei 31 Kontrollpersonen stellten sie entsprechende Veränderungen nicht fest. Ob die Kandidaten, die die Prüfung nicht bestanden hatten, an schlechteren genetischen Startbedingungen oder an mangelndem Fleiß gescheitert waren, lässt sich nicht abschließend beurteilen.

Die Ergebnisse machen allen Hoffnung, die mit fortgeschrittenen Jahren erhöhte Lernleistungen erbringen wollen oder müssen – sei es durch einen Berufswechsel, sei es nach Erkrankungen, wenn früher einmal Gewusstes wieder neu erlernt werden muss. "Nur wenige Studien haben direkte Beweise für die Plastizität des Gehirn erbracht", kommentierte Dr. John Williams, Neuroscience and Mental Health at the Wellcome Trust, die Ergebnisse. "Diese neue Studie leistet einen wichtigen Beitrag auf diesem Gebiet der Forschung."

MP

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