Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Weniger Windpocken bei Sonnenschein

Aktuelles

Kind mit Windpocken

Bei mehr Sonnenschein hätten die Windpocken diesen Jungen womöglich nicht heimgesucht.
© Dan Race - Fotolia

Di. 20. Dezember 2011

Weniger Windpocken, wenn die Sonne scheint

Herpes-Viren, die Windpocken und Gürtelrose verursachen, grassieren nicht immer und überall gleich häufig. Ein Virologe scheint den Grund dafür gefunden zu haben.

Anzeige

Dass UV-Strahlen die Ansteckungsfähigkeit von Viren vermindern, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Dass sie dies auch auf der Haut von Menschen vermögen, bevor es zu weiteren Infektionen kommt, schon. Virologe Dr. Philip S. Rice, Wissenschaftler am St. George's an der Universität von London (Großbritannien) sieht darin die Erklärung dafür, dass es Ausbrüche von Windpockeninfektionen seltener in den Tropen, sondern vor allem in gemäßigten Breiten gibt. Zudem treten diese vor allem im Winter und Frühjahr auf, wenn die inaktivierende UV-Strahlung am schwächsten ist. Bisher ging man davon aus, dass die regionalen Unterschiede vor allem auf unterschiedliche Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Bevölkerungsdichte sowie Infektionen mit anderen Viren zurückzuführen sind.

Rice stellte weltweite Daten aus 25 Studien einander gegenüber, um herauszufinden, welche Umstände das Risiko für Windpocken und Gürtelrose erhöhen könnten. UV-Strahlung sei der einzige Faktor, der Häufungen von Infektionen – oder ihr Fehlen – erklären könne. Sogar scheinbare Widersprüche ließen sich auf diese Weise auflösen. So kam es – zunächst unerwartet – in Indien und Sri Lanka vor allem während der heißen Trockenperioden zu einer Zunahme der Infektionen. Die Intensität der UV-Strahlung nehme jedoch genau in dieser Zeit aufgrund von Luftverschmutzung ab, erläuterte Rice. Während der Monsunzeit sei sie hingegen deutlich intensiver.

Seine Ergebnisse erklärten auch, warum Herpes-Viren, die Windpocken und schmerzhafte Gürtelrose übertragen, sich in zwei verschiedene Richtungen – eine gemäßigte und eine tropische – entwickelt haben. Rice hofft, damit ein Puzzleteilchen zur Entwicklung neuer Therapien beizutragen.

MP

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Sind die Weltmeister zu satt?

Die Neurobiologie könnte die schwache Leistung der deutschen Mannschaft gegen Mexiko erklären.

Haben alle Fußballer O-Beine?

Die Neigung zu krummen Beinen gehört offenbar zum Berufsrisiko.

Bittergurken senken den Blutzucker

Je höher der Blutzucker ist, desto günstiger ist der Effekt des Naturprodukts.

Religion: Der Glaube verlängert das Leben

Eine Todesanzeigen-Analyse zeigt: Wer einer Religion angehört, lebt länger.

Krähenfüße lassen Gefühle echt wirken

Kleine Falten um die Augen wirken sich darauf aus, wie wir Gefühle bei anderen Menschen einstufen.

Honig bei verschluckter Knopfzelle

Das süße Hausmittel könnte helfen, Komplikationen zu verhindern.

Handy-Regeln sorgen nicht für gute Noten

Klare Regeln für den Medienkonsum könnten sogar kontraproduktiv sein.

Kleidung: Kittel macht Ärzte kompetent

Für Patienten spielt es offenbar eine große Rolle, was Ärzte tragen.

Darmgeräusche geben Hinweis auf Reizdarm

Die Krankheit könnte sich offenbar ganz einfach diagnostizieren lassen.

Wovor wir uns am meisten ekeln

Forscher haben 6 Dinge identifiziert, die bei uns besonders großen Ekel hervorrufen.

Wie Bananen bei der Wundheilung helfen

In vielen Entwicklungsländern werden Bananenschalen als Pflaster genutzt.

Kinder: Schlafmangel erhöht Blutfette

Ein Schlafdefizit in jungen Jahren macht sich auch im späteren Leben bemerkbar.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen