Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Lästern ist sozial

Aktuelles

Lästernde Frauen

Wer tratscht, baut dadurch Stress ab und fördert soziales Verhalten. Das behaupten amerikanische Wissenschaftler der University of California in Berkeley.
© Kitty - Fotolia

Fr. 20. Januar 2012

Lästern ist sozial

Wer tratscht, baut dadurch Stress ab und fördert soziales Verhalten. Das behaupten amerikanische Wissenschaftler der University of California in Berkeley. Sie untersuchten die Effekte, die sogenanntes prosoziales Tratschen hat, das dazu dient, andere vor unehrlichen Menschen zu warnen.

Eigentlich ist es verpönt, doch Lästern kann offensichtlich soziales Verhalten fördern. Das haben die amerikanischen Forscher in verschiedenen Experimenten mit Freiwilligen gezeigt. Sie testeten, wie die Menschen in einem Spiel auf Schummeleien ihrer Mitspieler reagierten. Beobachteten die Freiwilligen, wie ein Mitspieler die Spielregeln umging, um daraus Vorteile zu ziehen, erhöhte sich ihr Puls, und sie warnten anschließend die Mitspieler vor dem Betrüger. Danach beruhigte sich ihr Puls wieder. Dabei war die Bereitschaft, die Mitspieler zu warnen, umso höher, wenn die Probanden zuvor in Fragebögen angegeben hatten, dass sie eher selbstlos seien und gern mit anderen kooperierten.

Anzeige

In einem weiteren Test wollten die Wissenschaftler etwas über die Hauptmotivation für das Ausplaudern der Schummeleien erfahren: Die Testpersonen mussten einen Teil des Geldes, das sie für die Studienteilnahme erhielten, wieder abgeben, wenn sie andere über die Betrüger informieren wollten. Das allerdings hatte kaum Einfluss auf die Bereitschaft, die Mitspieler zu warnen. Offensichtlich wollten die Testpersonen nicht einfach nur lästern, sondern ihren Mitspielern die negativen Seiten des Falschspielers vor Augen halten, auch wenn sie dadurch nicht den Gewinn des Betrügers schmälern konnten.

In einem letzten Experiment spielten die Freiwilligen selbst mit Jetons im Wert von 50 Dollar. Es wurde in Aussicht gestellt, dass sie den Gewinn des Spiels behalten dürften – eigentlich eine Motivation besonders egoistisch zu spielen. Allerdings wurde den Testpersonen gesagt, dass in den Pausen ein neutraler Beobachter die Mitspieler darüber in Kenntnis setzen würde, wer mogelt. Gerade die Testpersonen, die sich in den Fragebögen als eher egoistisch beschrieben hatten, spielten daraufhin eher loyal. Offensichtlich schreckte sie die Tatsache vom Mogeln ab, dass sie eventuell Ziel des Tratsches werden könnten. Das, so die Forscher, sei ein Zeichen, dass das Wissen um das mögliche Lästern der Mitspieler zu einem sozialeren Verhalten führe. Tratschen sei also durchaus sinnvoll - sofern es dazu diene, andere davor zu bewahren, ausgenutzt zu werden.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Arthrose-Mittel tötet Krebszellen

Forscher haben die Wirkung von altbekannten Medikamenten getestet.

Warum manche Frauen keine Bärte mögen

Vor allem Single-Frauen, die Kinder haben wollten, ziehen rasierte Männer vor.

Schweizer-Käse-Knochen entdeckt

Der Knochen könnte mit zunehmenden Alter für Rückenbeschwerden sorgen.

Spätere Wechseljahre durch mehr Sex?

Frauen, die häufig Sex haben, kommen offenbar später in die Menopause.

Keime in der Waschmaschine

Besonders in einem Bereich der Maschine sammeln sich viele Bakterien.

Schlafapnoe: weniger Zungenfett, mehr Luft

Gezieltes Abnehmen hilft Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe.

Grüner Tee verlängert das Leben

Besonders deutlich ist der Effekt bei langjährigen Teetrinkern.

Körpertemperatur sinkt seit Jahrzehnten

Der Grund dafür liegt offenbar nicht in abweichenden Messmethoden.

Magenspiegelung mit Kamera-Kapsel?

Durch eine neue Erfindung könnte die Untersuchung künftig auch beim Hausarzt möglich sein.

Mit Ultraschall gegen Alzheimer?

Mit einer neuen Methode lässt sich die Gedächtnisleistung offenbar wieder verbessern.

Selbstloses Verhalten lindert Schmerzen

Verschiedene Experimente zeigen, dass Altruismus das Schmerzempfinden senkt.

Sport schützt die graue Hirnsubstanz

Ausdauersport hat eine besonders positive Wirkung auf die Hirngesundheit.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen