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Rapper mit Kapuzenpulli

Rap auf Rezept? Bass-Töne aus Rap-Musik könnten in Zukunft medizinische Implantate mit Strom versorgen.
© Vladimir Mucibabic - Fotolia

Fr. 27. Januar 2012

Rap-Musik lädt Implantate auf

Nicht wundern, wenn Ärzte demnächst CDs von Eminem, Snoop Dogg oder den Fantastischen Vier auf Rezept verordnen: US-amerikanische Forscher haben eine Methode gefunden, medizinische Implantate durch Musik mit Strom zu versorgen. Die Bässe von Rap-Musik scheinen dafür ideal zu sein.

Die Forscher der Purdue Universität in West Lafayette haben ein neuartiges Druckmessgerät für das Körperinnere entwickelt. Zum Beispiel kann dieser Sensor Menschen, die bedingt durch eine Lähmung an Inkontinenz leiden, in die Blase eingesetzt werden. Bei Patienten mit einer gefährlichen Gefäßaussackung, einem Aneurysma, könnte dieses winzige Gerät direkt im Blutgefäß den Druck ermitteln.

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Das Herzstück dieses Geräts ist ein kleiner eingebauter Arm aus einem keramischen Material, der durch Schallwellen von außen in Schwingung versetzt werden kann. Diese Vibration erzeugt Strom, den das Messgerät benötigt, um den Druck zu ermitteln und das Ergebnis nach außen zu "funken". Nur tiefe Töne lassen den kleinen Arm vibrieren.

Natürlich funktioniere das mit einem Schallgenerator, der genau die Töne der benötigten Frequenz erzeugt. "Aber so ein Dauerton kann einem ziemlich auf die Nerven gehen", meint Professor Dr. Babak Ziaie, einer der Entwickler des Geräts. "Wir halten Musik da für erheblich angenehmer. Ihre Schallwellen dringen problemlos durch das Körpergewebe."

Die Wissenschaftler experimentierten mit vier verschiedenen Musikstilen: Rap, Blues, Jazz und Rock. "Rap eignet sich nach unseren Versuchen am besten, denn er hat einen hohen Anteil tieffrequenter Klänge", betont Ziaie. Um den Urindruck in der Blase oder den Blutdruck zu messen, reichen seiner Aussage nach wenige Minuten Musik jede Stunde.

Normalerweise werden implantierte elektrische Geräte wie Herzschrittmacher über Batterien oder elektromagnetisch mit Strom versorgt. Beide Methoden bergen jedoch Nachteile, die das neue "Sound-System" nicht habe, so die Forscher. Vielleicht gibt es ja die dazu erforderliche Stereoanlage demnächst auf Kassenkosten?

RF

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