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Sportler greift sich ans Knie

Bei Sportverletzungen könnten Eispakete die Leistungsfähigkeit mindern und sogar die Verletzungsgefahr erhöhen.
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Di. 10. Januar 2012

Sportverletzungen: Eis und Kälte mindern die Leistung

In der Sportschau sieht man es jedes Wochenende: Sobald sich ein Spieler verletzt, kommen die Mannschaftsärzte mit Eisspray oder Kühlpaketen auf das Spielfeld gerannt um den lädierten Fuß zu kühlen. Doch vielleicht erreichen sie damit genau das Gegenteil von dem, was sie wollen: Wissenschaftler der University of Ulster in Newtownabbey bei Belfast in Großbritannien warnen nun, dass Eispakete bei Sportverletzungen die Leistungsfähigkeit mindern und sogar die Verletzungsgefahr erhöhen könnten.

Sportverletzungen sind echtes Pech, zumindest was die Versorgung im Notfall angeht: Hier gilt die sogenannte PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Dadurch sollen die Sportler möglichst schnell wieder einsatzfähig sein. Die Kühlung lindert den Schmerz zwar tatsächlich schnell, einer britischen Untersuchung zufolge vermindert sie aber auch die Stärke der Muskeln.

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Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler 35 Studien ausgewertet. Das Ergebnis: Besonders wenn die Sportverletzungen länger als 20 Minuten gekühlt wurden, verringerte sich in der Folge in 75 Prozent der Fälle die Muskelstärke. Zwar waren die Sportler aufgrund des schmerzstillenden Effektes der Eispakete schneller wieder einsatzfähig, allerdings gebe es berechtigte Zweifel, ob sie die Leistung erbringen konnten, die sie ohne Kühlung erreicht hätten. Insbesondere die Geschwindigkeit und Wendigkeit beim Laufen sei durch die Kühlung vermindert worden. Zudem gab es Hinweise auf eine verringerte Ausdauer.

Die Experten vermuten, dass diese Effekte damit zusammenhängen, dass die Nerven wegen der Kälte Informationen nicht so schnell weiterleiten würden. Zudem würde die Wahrnehmung für die Lage und Stellung der Körperteile durch die Kühlung beeinträchtigt. In der Folge könnte dies die Sportler sogar anfälliger für weitere Sportverletzungen machen. Zwar sei die Studienlage nicht eindeutig. Allerdings empfehlen die britischen Experten, die Kühlung nicht länger als 20 Minuten aufrecht zu erhalten und den Muskel vor dem Fortsetzen des Wettkampfs langsam wieder aufzuwärmen.

KK

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