Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Warum Menschen lieber laufen als gehen

Aktuelles

Menschen laufen über Zebrastreifen.

Ein leichter Trab ist meist angenehmer als schnell zu gehen.
© jedi-master - Fotolia

Mo. 09. Januar 2012

Warum Menschen lieber laufen als gehen

Nur wer Gehen als olympische Disziplin betreibt, hat eine Vorliebe für diese Art von Fortbewegung. Alle anderen laufen lieber. Forscher kennen neuerdings den Grund.

Anzeige

Sportliche Geher arbeiten quasi wider ihre Natur, denn praktisch jeder, der mehr als zwei Meter pro Sekunde schnell sein möchte, läuft lieber, als schnell zu gehen. Das entspricht 7,2 Kilometern pro Stunde und ist nur wenig schneller als der Durchschnittsfußgänger aus den Fragebögen für die Führerscheinprüfung. Warum das so ist, haben Dr. Gregory Sawicki und Dr. Dominic Farris (USA) herausgefunden. Unter anderem mithilfe von Ultraschallsensoren an den Waden ihrer Studienteilnehmer haben sie die Bewegungsabläufe und die Kraftentwicklung in der Muskulatur bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten beobachtet – erstmals in Echtzeit.

Die Hochgeschwindigkeitsbilder zeigten, dass sich die Muskeln und Sehnen der Beine, um zu beschleunigen, immer schneller zusammenziehen und wieder entspannen. Das geht aber offenbar ab einem bestimmten Punkt nur durch übermäßig schnelle Muskelbewegung oder viel Kraft. In etwa ähnelt dem schnellen Gehen wohl eine Autobahnfahrt im zweiten Gang. Sobald die Teilnehmer vom Gehen in Laufen fielen – also einen Gang höher schalteten – beobachteten die Wissenschaftler, dass die Muskelbewegung langsamer wurde, dafür aber die Kraftentwicklung anstieg. Kurzum: Olympisches Gehen sieht nicht nur etwas seltsam aus, der Körper findet es auch ineffizient und zieht bei höheren Geschwindigkeiten lockeres Laufen vor.

Immer schnellere Muskelbewegungen führten nicht zu immer höheren Geschwindigkeiten, kommentiert Sawicki die Studienergebnisse. "Beim Übergang vom Gehen zum Laufen scheint der Muskel fast statisch zu werden." Sawicki und Farris hoffen, dass ein besseres Verständnis der Bewegungsabläufe dazu beiträgt, bessere Prothesen zu entwickeln, zum Beispiel für Menschen mit Rückenmarksverletzungen.

MP

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Länger leben dank Chili-Schärfe

Eine große US-Studie zeigt positive Gesundheitseffekte von Chili-Schoten.

Junge oder Mädchen? Blutdruck gibt Hinweis

Nicht nur ein Ultraschall gibt Aufschluss über das Geschlecht eines Babys.

Musizieren verbessert die Reaktion

Diese neue Erkenntnis könnte vor allem für ältere Menschen eine wichtige Rolle spielen.

Wetter ist nicht schuld an Schmerzen

Eine neue Studie widerlegt einen weit verbreiteten Mythos.

Vitamin-B12-Mangel wegputzen?

Eine spezielle Zahnpasta wirkt Nährstoffmangel bei Veganern entgegen.

Mineralwasser: Glas beeinflusst Geschmack

Ähnlich wie bei Wein bestimmt das Glas auch bei Wasser über das Aroma.

Krafttraining beugt Demenz vor

Von Muskelaufbau profitiert auch das Gehirn, wie eine neue Studie zeigt.

Pinguin-Gang bei Glatteis

Mit diesen Tipps kommen Sie auch bei Glatteis sicher zum Ziel.

Spinnenseide als Hightech-Verband

Englische Forscher bestücken künstliche Spinnenseide mit Wirkstoffen.

Löst Schweißen Parkinson aus?

Schweißer können Symptome entwickeln, die denen der Parkinson-Krankheit ähneln.

"Nachbar-Effekt" im Krankenhaus

Geht es einem Patienten schlechter, betrifft das die ganze Station.

Sekt-Geschmack auch durch Bläschen

Forscher erklären den Effekt der Bläschen in Sekt und Champagner.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen