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Portrait einer Fruchtfliege

Fruchtfliegen nutzen Erkenntnisse der Pharmazie.
© Nils Gollub - Fotolia

Fr. 17. Februar 2012

Alkohol als Medikament: Bei Fruchtfliegen geht das

Ob Rotwein, Bier und Co. der Gesundheit nutzen oder schaden, wird seit Jahrzehnten untersucht. Fruchtfliegen scheinen dem Menschen da voraus zu sein. Sie behandeln sich im Falle eines Parasitenbefalls mit hohen Dosen Alkohol.

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Drosophila melanogaster, die schwarzbäuchige Taufliege, auch Fruchtfliege genannt, schwirrt gerne um bräunliche Bananen oder nicht mehr ganz frische Weintrauben herum. Unter anderem wachsen ihre Larven in den gärenden Früchten heran. Das schadet ihnen nicht, denn ihr Körper kann Alkohol weit besser entgiften als der Mensch. Die größten Feinde der Fruchtfliegen sind winzige Wespen, die ihre Eier in den Larven ablegen. Schlüpfen aus diesen Eiern Wespen, sterben die Fliegen.

Ein Wissenschaftlerteam der Emory University in Atlanta, USA, vermutete nun, dass sich die Fruchtfliegen die Giftwirkung des Alkohols im Kampf gegen die Wespen zunutze machen. Um das zu beweisen, setzten sie Fruchtfliegenlarven in eine Petrischale, die auf einer Seite mit alkoholischer und auf der anderen Seite mit alkoholfreier Nährlösung gefüllt war, um zu beobachten, auf welche Seite der Schale die Larven wanderten. Nach 24 Stunden zählten sie, wie viele Larven sich jeweils auf den zwei Seiten befanden: 80 Prozent der Fruchtfliegen, die mit Wespeneiern befallen waren, fanden sich auf der Alkohol-Seite. Von den nicht infizierten Fliegen waren nur 30 Prozent dort anzutreffen.

Der Studienleiter Todd Schlenke war erstaunt über das Ergebnis: "Die infizierten Larven schienen tatsächlich mit Absicht Alkohol zu vertilgen, was ihnen auch eine weitaus höhere Überlebensrate garantierte." Von den Alkohol-Larven überlebten immerhin 60 Prozent den Wespenbefall. Von den infizierten Larven, die keinen Alkohol bekamen, starben alle. Die Wespen vertrugen einfach nicht so viel wie die Fruchtfliegen, sagte Schlenke. Ob Alkohol auch Menschen gegen Infektionskrankheiten helfen könnte, weisen die Forscher jedoch als Spekulation zurück. Bisher gäbe es dafür keinerlei Hinweise.

RF

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