Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Süße Angst

Aktuelles

Fischschwarm

Wird ein Mitglied eines Fischschwarms verletzt, so werden die anderen gewarnt - durch einen "zuckersüßen Schreckstoff", der sich aus der verletzten Fischhaut löst.
© Severine - Fotolia

Fr. 24. Februar 2012

Für Fische schmeckt Angst nach Zucker

Verletzte Fische sondern einen Warnstoff ab, der den Rest des Schwarms zur Flucht treibt. Wissenschaftler der Duke/National University of Singapore Graduate Medical School in Singapur haben nun herausgefunden, dass diese auch "Schreckstoff" genannte Substanz eigentlich aus Zucker besteht. Im Hirn von Fischen löst der süße Stoff Angst aus.

Der Stoff, um den es geht, nennt sich Chondroitinsulfat. Chondroitinsulfat wird von den Knorpelzellen gebildet und dient dem Knorpelaufbau. Daher wird das Zuckermolekül auch bei Gelenkserkrankungen als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Bei Fischen hat der Stoff jedoch eine ganz andere Wirkung: In der Haut der Fische findet sich Chondroitinsulfat in rauen Mengen. Wird der Fisch verletzt, wird das Chondroitinsulfat wahrscheinlich durch Enzyme abgebaut. Die frei werdenden Teile des Zuckers versetzen die anderen Mitglieder des Fischschwarms in Alarmbereitschaft.

Anzeige

Die Studie zeigte nun, dass die Zuckerfragmente eine bestimmte Region im Hirn von Zebrafischen erreichen müssen, den sogenannten olfaktorischen Bulbus, der für die Verarbeitung von Gerüchen verantwortlich ist. Hier finden sich spezialisierte Nervenzellen, die auf die Zuckerfragmente aus dem Chondroitinsulfat reagieren und direkt mit höheren Hirnregionen verschaltet sind. So lösen sie den Fluchtreflex aus.

Noch bleiben für die Wissenschaftler einige Fragen offen: aus Experimenten ist bekannt, dass Fische auf Verletzungen nah verwandter Fischarten intensiver reagieren als wenn sich eine weit entfernte Fischart verletzt. Daher vermuten sie, dass es Chondroitin-Fragmente in unterschiedlichen "Geschmacks- oder Geruchsrichtungen" gibt.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Pendeln: Umsteigen begünstigt Infekte

Wer oft mit Bus und Bahn unterwegs ist, steckt sich schneller mit Viren an.

Auch Blinzeln trägt zum Gespräch bei

Dabei geht es nicht ums Augenklimpern, sondern um subtilere Signale.

Nachbarschaft steuert unser Essverhalten

Wie gesund wir uns ernähren, hängt offenbar von der Gegend ab, in der wir leben.

Dieser Stuhl beugt Rückenschmerzen vor

Ein spezieller Stuhl motiviert seinen Besitzer dazu, regelmäßig die Sitzposition zu ändern.

Nach Feierabend nicht zurückziehen

Für die Erholung ist es offenbar besser, sich aufzuraffen und noch etwas zu unternehmen.

Rauchen: Wer dreht, hört seltener auf

Raucher, die ihre Zigaretten selbst drehen, sind weniger motiviert, damit aufzuhören.

Lange Ehe: Weniger Streit, mehr Humor

Paare, die schon lange verheiratet sind, überwinden Konflikte eher mit Humor.

Partnerschaft beeinflusst die Fitness

Frisch verliebt oder gerade getrennt: Beides wirkt sich auf die körperliche Aktivität aus.

Lego-Kopf verschluckt, was nun?

Forscher haben das in einem Selbstversuch getestet.

Keime: Können Brillen krank machen?

Brillen sind oft mit potenziell krankmachenden Bakterien besiedelt.

Superhelden machen uns hilfsbereiter

Schon der Anblick eines Superhelden motiviert uns dazu, anderen zu helfen.

Frauen sind zäher als gedacht

Entgegen vieler Vorurteile zeigt eine neue Studie: Frauen sind körperlich ebenso belastbar wie Männer.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen