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Vampirfledermaus

Vampirfledermäuse ernähren sich von Blut. Das ist durchaus praktisch, denn ein Wirkstoff aus ihrem Speichel könnte zukünftig Schlaganfallpatienten helfen.
© Valeriy Kirsanov - Fotolia

Mo. 05. März 2012

Medikament aus Vampirspucke?

Draculin gegen die Folgen eines Schlaganfalles? Nein, es geht nicht um Gruselgeschichten unter Wissenschaftlern. Den Wirkstoff gibt es wirklich.

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Mit Graf Dracula, der angeblich um Mitternacht seinem Sarg entsteigt, um sich am Blut von Menschen zu laben, haben diese Vampire wenig zu tun. Vielmehr handelt es sich um bestimmte Fledermausarten wie Desmodus rotundus, zu Deutsch der Gemeine Vampir, der seine spitzen Zähne in das Fleisch seiner Opfer schlägt, um ihr Blut zu trinken. Damit der Blutfluss dabei nicht ins Stocken gerät, gibt der Gemeine Vampir mit seinem Speichel einen Stoff ab, der die Blutgerinnung des Opfers bis zu acht Stunden lang hemmt. Passenderweise nannte man diesen Stoff, den man mittlerweile seit fast 50 Jahren kennt, Draculin.

Draculin bezeichnet man heute auch als Desmodus rotundus Salivary Plasminogen Activator (DSPA) oder kürzer als Desmoteplase. Das Enzym hemmt die Gerinnungsfaktoren X beziehungsweise Xa und IX, die auch bei Herzinfarkten und Schlaganfällen eine Rolle spielen. Diese Faktoren sorgen dafür, dass Blut gerinnt, was beispielsweise als Schorf einer oberflächlichen Wunde erwünscht ist, aber innerhalb eines Blutgefäßes zum Verschluss führen kann.

Desmoteplase kann heute auf gentechnischem Wege hergestellt werden. Ob es sich als Arzneimittel eignet, wird derzeit in Studien überprüft, die allerdings noch widersprüchliche Ergebnisse liefern. Eine sogenannte Phase-II-Studie am Menschen zeigte, dass der Wirkstoff den Zeitraum, der Medizinern zur Verfügung steht, um mit einer Behandlung eines Schlaganfallpatienten zu beginnen, von vier auf neun Stunden verlängert. Eine andere Studie lieferte dagegen keinen Unterschied zwischen Desmoteplase und Scheinmedikament. Weitere Studien sind für das kommende Jahr geplant, der Antrag auf Zulassung als Arzneimittel im übernächsten Jahr.

MP

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