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Der Glaube scheint auf intuitiven Prozessen im Gehirn zu beruhen.
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Fr. 27. April 2012

Religion: Analytisches Denken schwächt den Glauben

Mit dem Glauben ist es so ein Sache: Man glaubt, oder eben nicht – könnte man meinen. Kanadische Forscher haben jedoch herausgefunden, dass analytisches Denken den religiösen Glauben vermindern kann - sogar bei frommen Gläubigen. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Zeitschrift Science.

An der Studie hatten mehr als 650 Frauen und Männer aus den Vereinigten Staaten und Kanada teilgenommen. Um das analytische Denken abzubilden, verwendeten die Wissenschaftler Problemlösungsaufgaben und Experimente, bei denen Gedankenverknüpfungen ausgelöst wurden: zum Beispiel durch das Betrachten der Bronzeplastik "Der Denker" von Auguste Rodin oder durch Aufgaben, bei denen die Teilnehmer schwer zu lesende Fragebögen vervollständigen sollten. Wie stark der jeweilige Glaube ausgeprägt war bewerteten die Forscher anhand von persönlichen Angaben der Teilnehmer.

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Die Untersuchungen basierten auf einem psychologischen Modell. Dieses geht davon aus, dass der Mensch Informationen über zwei verschiedene Systeme verarbeitet, die jedoch miteinander in Verbindung stehen: ein "intuitives", das über geistige Abkurzungen schnelle Antworten liefert, und ein "analytisches", das zu bewussteren, vernünftigeren Antworten führt.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich Stärke des Glaubens bei Menschen, die mit einer analytischen Aufgabe beschäftigt waren, verringerte. Bei nicht-analytischen Aufgaben geschah dies nicht. "Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass religiöser Glaube mit intuitivem Denken verknüpft ist", sagte der Psychologe Ara Norenzayan, Co-Autor der Studie. "Unsere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Aktivierung des 'analytischen' Denksystems im Gehirn die 'intuitive' Befürwortung des religiösen Glaubens für gewisse Zeit untergraben kann."

"Wir wollten der fundamentalen Frage auf den Grund gehen, warum Menschen verschieden stark an einen Gott glauben", sagte Will Gervais vom Fachbereich Psychologie der University of British Columbia im kanadischen Vancouver. Die persönliche Spiritualität werde durch eine Kombination aus komplexen Faktoren beeinflusst. "Was wir herausgefunden haben legt nahe, dass der kognitive Bereich, der mit analytischem Denken verbunden ist, das Nicht-Glauben beeinflussen kann", so der leitende Autor der Studie.

hh

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