Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Tätowierte trinken mehr Alkohol

Aktuelles

Tätowierte Frau mit Drink in der Hand

Tätowierte trinken mehr Alkohol. Nur ein Vorurteil oder Realität?
© Peter Albrektsen - Fotolia

Di. 17. April 2012

Alkohol: Machen Piercings und Tatoos durstig?

Hat Körperschmuck wie Piercings und Tätowierungen etwas mit einer Vorliebe für Alkohol zu tun? Französische Wissenschaftler gingen diesem Vorurteil auf den Grund. Im Dienste der Wissenschaft ließen sie die Besucher einer Bar ins Röhrchen pusten. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Alcoholism: Clinical & Experimental Research.

An vier Samstagen hatten die Forscher abends die Bars aufgesucht und dort insgesamt 2.970 Männer und Frauen nach ihren Tätowierungen oder Piercings befragt. Anschließend bestimmten sie bei den Freiwilligen den Atemalkohol mit einem Messgerät, wie es ähnlich die Polizei bei Verkehrskontrollen benutzt. Bei Bar-Besuchern mit Körperverzierungen maßen die Wissenschaftler in der ausgeatmeten Luft durchschnittlich mehr Alkohol als bei Menschen ohne Körperverzierungen.

"Eine Reihe früherer Studien hat gezeigt, dass gepiercte oder tätowierte Menschen eher zu riskantem Verhalten neigen, als andere", sagte Nicolas Guétguen, Professor für Sozialverhalten an der Université de Bretagne-Sud in Lorient und Mitautor der Studie. Unter riskantem Verhalten verstehen Wissenschaftler laut Guéguen zum Beispiel ungeschützten Sex, Kämpfe, Diebstahl und Alkoholkonsum.

Anzeige

Der Sozialwissenschaftler schlägt vor, dass Erzieher, Eltern und Ärzte Tattoos und Piercings als mögliche Anzeichen für verstärktes Trinken betrachten sollten. Sie sollten den Körperschmuck zum Anlass nehmen, um mit den entsprechenden Personen über zu hohen Alkoholkonsum und andere riskante Verhaltensweisen zu sprechen.

Myrna Armstrong, emeritierte Professorin an der Texas Tech University Health Sciences Center und Autorin einiger von Guéguen zitierten Studien, zeigte sich hingegen besorgt gegenüber Verallgemeinerungen. In Nordamerika seien diejenigen, die am häufigsten mit Tattoos oder Piercings herumlaufen, junge Menschen zwischen 13 und 25 Jahren. Diese hätten allein schon wegen ihres Alters und der damit verbundenen Experimentierfreude ein höheres Risiko fürs Trinken. Nicht wegen einer Tätowierung solle man daher das Gespräch suchen, sondern weil jemand vielleicht aufgrund des Alters weniger risikobewusst sei.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Leben schwarze Hunde länger?

Forscher untersuchen den Einfluss der Fellfarbe auf die Lebensdauer.

Sex mit dem Ex: eine gute Idee?

Dass Sex mit dem Ex-Partner nicht per se schlecht für die Seele sein muss, belegt eine neue US-Studie.

Ausdauertraining für den Darm

Ausdauertraining kann sich positiv auf die Bakteriengemeinschaft im Darm auswirken

Nach OP: Wassereis hilft bei Verwirrtheit

Ein Arzt erklärt, warum Wassereis Patienten nach einer Vollnarkose helfen kann.

Wer zusammenzieht, nimmt zu

Ein gemeinsamer Haushalt sorgt offenbar für Extra-Kilos auf der Waage.

Gehirn funktioniert im Herbst besser

Die geistige Leistung schwankt offenbar mit den Jahreszeiten, wie eine Studie zeigt.

Antibiotika: Nur jeder Zweite weiß Bescheid

Die Hälfte der Deutschen weiß nicht, dass Antibiotika nur gegen Bakterien helfen.

Geburt: Warum Väter dabei sein sollten

Männer, die bei der Entbindung dabei sind, kümmern sich später besser um ihre Kinder.

Magenbypass vor Schwangerschaft?

Eine bariatrische Operation senkt das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft enorm.

Chirotherapie: Nicht ohne Risiko

Gerade Eingriffe an der Halswirbelsäule bergen Risiken, berichtet ein Mediziner.

Fast-Food-Entzug ähnelt Drogen-Entzug

Ein Verzicht auf Pommes, Burger & Co kann für Entzugserscheinungen sorgen.

Wie Hautzellen gegen Mutationen kämpfen

Unsere Haut muss permanent gegen mutierte Zellen kämpfen, um Krebs zu verhindern.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen