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Wenn die Menschen in Nord-Äthiopien fasten, werden Tüpfelhyänen von Aasfressern zu Jägern.
© Sam D'Cruz - Fotolia

Do. 05. April 2012

Wenn Menschen fasten, leiden Tiere

Die Fastenzeit nähert sich dem Ende, und manch einer freut sich auf die Rückkehr zu alten Gewohnheiten. Auch eine Reihe von Eseln in Nord-Äthiopien dürfte nun aufatmen, denn mit dem Ende des österlichen Fastens bekommen die dort lebenden Hyänen ihre Fresströge zurück – die Abfälle.

Viele Christen verzichten während der Fastenzeit auf bestimmte Lebensmittel. Ökologen haben jetzt herausgefunden, dass diese zeitweilige Veränderung der Ernährungsgewohnheiten einen dramatischen Einfluss auf das Fressverhalten wilder Tiere haben kann. In Nord-Äthiopien zwingt das österliche Fasten Hyänen dazu, ebenfalls ihre Ernährung umzustellen. Dies berichten Wissenschaftler in der Zeitschrift Journal of Animal Ecology.

In Äthiopien verzehren Mitglieder der Orthodoxen Tewahedo-Kirche während ihres 55-tägigen Fastens vor Ostern keine Fleisch und Milchprodukte. Im Gegenzug müssen auch die Tüpfelhyänen ihre Fressgewohnheiten umstellen – statt die Abfälle von Metzgereien und Haushalten zu plündern, müssen sie jagen.

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Tüpfelhyänen sind ausgesprochen anpassungsfähige Tiere: Sie können auch in Lebensräumen leben, die dicht von Menschen besiedelt werden, und fressen das, was gerade verfügbar ist. Zwar sind die Tiere hervorragende Jäger, sie verschmähen aber auch Aas nicht. Die Raubtiere fressen und vertragen so gut wie alles, von Vögeln, Säugetieren, Fischen und Reptilien bis hin zu Abfall, gekochtem Haferbrei oder Mist. Was sie gefressen haben verdauen sie fast vollständig, "nur Haare und Hufe nicht", so Gidey Yirga von der Mekelle Universität in Äthiopien, einer der Autoren. Die Biologen analysierten den Hyänenkot rund um Mekelle, um die Ernährungsgewohnheiten der Tiere vor, während und nach der Fastenzeit zu untersuchen.

Das Ergebnis: Wenn die Menschen in dieser Region aufhören Tierprodukte zu kaufen, zu essen und Reste wegzuwerfen, müssen sich die Hyänen eine andere Nahrungsquelle suchen – und das sind Esel. Die Forscher fanden während der Fastenzeit etwa doppelt so viele Eselhaare im Hyänen-Kot wie in der Zeit davor, und mit dem Ende der Fastenzeit verringerte sich der Anteil wieder.

HH

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