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Mann spielt Violine.

Dank der Forschung von Holz-Wissenschaftlern wird Stradivari-Klang wohl bald auch für den Durchschnitts-Geiger möglich.
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Mo. 10. September 2012

Pilz lässt Geige wie Stradivari klingen

Man braucht nicht Millionen Euro für eine original Stradivari Geige auszugeben, um diesen besonderen Klang zu erhalten. Es reicht, das Holz eines neuen Instruments mit speziellen Pilzen zu behandeln.

Der Schweizer Holzforscher Professor Francis W. M. R. Schwarze aus St. Gallen hat Pilze (Physisporinus vitreus und Xylaria longipes) entdeckt, die die beiden für den Geigenbau wichtigen Holzsorten Fichte und Ahorn so zersetzen, dass ihre Klangqualitäten verbessert werden. Die Besonderheit an diesen Pilzen sei, dass sie die Zellwände des Holzes nach und nach abbauen und dünner machen, erklärte Schwarze auf einem Vortrag des Max-Delbrück-Centrums in Berlin. Selbst im Spätstadium der Holzzersetzung bleibe ein steifes Gerüst erhalten, über das sich die Schallwellen nach wie vor auf direktem Wege ausbreiten könnten. Das Holz bleibe zudem genauso bruchfest wie vor der Pilzbehandlung.

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In einem Blindtest trat eine Geige aus behandeltem Holz gegen eine echte Stradivari aus dem Jahr 1711 an. Mit überraschendem Ergebnis: Sowohl die Fachjury, als auch die Mehrheit des Publikums hielten die neue Geige, für die echte Stradivari. "Natürlich ist ein solches Verfahren immer subjektiv", räumt Schwarze ein. Für Wohlklang gebe es eben kein eindeutiges naturwissenschaftliches Messverfahren.

Der berühmte Geigenbauer Antonio Stradivari verwendete während des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts ein besonderes Holz, das während einer Kälteperiode zwischen 1645 und 1715 gewachsen war. Durch lange Winter und kühle Sommer wuchs das Holz damals besonders langsam und gleichmäßig, sodass es eine geringe Dichte und eine hohe Biegefestigkeit aufwies.

RF

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