Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Schwer lesbare Schrift knackt Vorurteile

Aktuelles

Politischer Text in unterschiedlich gut lesbarer Schrift

Merken Sie nicht auch, dass die unteren Zeilen Sie viel milder stimmen ...?
© R. Freund

Di. 06. November 2012

Schwer lesbare Schrift knackt Vorurteile

Nicht nur was, sondern auch wie es geschrieben wird, beeinflusst das Verhalten von Personen. US-amerikanische Psychologen fanden jetzt heraus, dass Politiker gemäßigter und Zeugen weniger voreingenommen reagieren, wenn sie Schriftstücke nur schwer lesen konnten.

Anzeige

Menschen akzeptieren leichter Argumente, die zur eigenen Meinung passen. Psychologen nennen das Bestätigungsfehler. In dieser Studie ist es Forschern gelungen, diese Voreingenommenheit durch schwer lesbare Schriftstücke aufzubrechen. Dazu hatten sie zwei Versuche durchgeführt: Im ersten hatten Studienteilnehmer mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung eine offene politische Auseinandersetzung über die Todesstrafe gelesen. Es zeigte sich, dass Menschen, die den Text in einer leicht lesbaren Schrift zu lesen bekamen, bei dem Thema stärker polarisiert blieben als Personen, bei denen der Text in einer schwierigen Schrift verfasst worden war.

In einem weiteren Versuch analysierten die Wissenschaftler, wie sich die Meinung von Studienteilnehmern gegenüber einem Angeklagten in einem Scheinprozess veränderte. Ein Teil hatte zuvor Details über den Angeklagten gelesen, die positiv waren, die anderen hatten negative Informationen bekommen, so dass beide Fraktionen voreingenommen waren. Das Resultat: Waren die Beweise, die während des Schauprozesses gegen den Angeklagten vorgelegt wurden, in einer schwer leserlichen Schrift zusammengefasst worden, reagierten beide Seiten weniger voreingenommen.

Die schwere lesbare Schrift verlangsame die Menschen, so die Forscher. Dies führe dazu, dass Personen nicht nur eine andere Meinung stärker berücksichtigen. Sie seien darüber hinaus auch gegenüber ihrem eigenen Standpunkt skeptischer, da sie beide Seiten eines Arguments kritischer betrachteten, so die Psychologen. Ihre Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Journal of Experimental Society Psychology veröffentlicht.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Diese Raupe frisst Plastik

Wachswürmer sind offenbar dazu in der Lage, Kunststoff zu zersetzen.

Trotz Schärfe: Chilis beruhigen den Darm

Offenbar haben die Schoten einen bisher unbekannten Effekt auf das Immunsystem.

Betablocker als Sonnenschutz?

Ein bekannter Wirkstoff wehrt UV-Strahlen sogar besser ab als übliche Sonnencreme.

Milch: fettarm gegen Depressionen

Eine asiatische Studie deutet an, dass fettarme Milchprodukte Depressionen vorbeugen.

Rote-Bete plus Sport verjüngen das Gehirn

Power-Gemüse und Jungbrunnen zugleich? Rote-Bete-Saft hat es US-Forschern angetan.

Frosch-Schleim tötet Grippeviren

Substanzen von der Haut einer Froschart könnten eine neue Waffe gegen Viren werden.

Das perfekte Profilbild wählen besser andere

Die selbst ausgesuchten Bilder sind zwar geeignet, aber meist nicht perfekt.

Worauf Frauen bei der Partnerwahl achten

Glaubt man einer aktuellen Studie, sind die inneren Werte eher nebensächlich.

Alzheimer mit Greebles aufspüren

Ein einfacher Test mit 3D-Figuren könnte einen frühen Hinweis auf die Krankheit liefern.

Wer Kälte sieht, bleibt cool

Beim Anblick einer Winterlandschaft fällt es uns leichter, kontrolliert zu handeln.

Graue Haare deuten auf krankes Herz hin

Unabhängig vom Alter sind graue Haare ein Warnsignal für Herzkrankheiten.

Was Film-Schurken gemeinsam haben

Den meisten Bösewichten sieht man sofort an, auf welcher Seite sie stehen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen