Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Kunstgenuss ist messbar

Aktuelles

Mann betrachtet mehrere Bilder in einem Museum.

Manche Kunstwerke sprechen einen sofort an, andere nicht: Eine Frage des Geschmacks und des Kunstverstands.
© fongfong - Fotolia

Mi. 29. Mai 2013

Kunstgenuss ist eine Frage des Geschmacks und des Vorwissens

Kennen Sie das? Da steht man mit anderen Menschen vor einem Gemälde, alle schwärmen, wie wundervoll und aussagekräftig es ist, und man selbst fühlt – nichts. Warum wir ein Bild mögen oder nicht, kann zum einen am ganz persönlichen Geschmack liegen, aber auch an dem, was wir über ein Kunstwerk wissen.

Anzeige

Zwei Wissenschaftler aus Norwegen und Australien haben jetzt ein Modell entwickelt, in das beide Aspekte einfließen und mit dessen Hilfe Kunstgenuss messbar werden soll. Damit könnte zudem ein jahrelanger Streit beigelegt werden, in dem Psychologen und Geschichtswissenschaftler ihren Ansatz zur Messbarkeit von Kunstgenuss verteidigen.

So gehen Neurowissenschaftler davon aus, dass biologische Prozesse im Gehirn darüber entscheiden, ob wir ein Kunstwerk mögen oder nicht, erklärt der norwegische Wissenschaftler Rolf Reber von der Universität Bergen. "Sie nutzen daher häufig die Hirnaktivität, um herauszufinden, wie sehr eine Testperson ein Kunstwerk mag, ohne jedoch darauf zu achten, ob die Person die Arbeit auch tatsächlich versteht", sagt Reber. Dies sei unzureichend, da für die Beurteilung einer künstlerischen Arbeit durchaus wichtig sei, ob sie verstanden werde, so der Psychologe. Hier setzten Geschichtswissenschaftler und Philosophen an. Sie bemängeln, dass bei dem psychologischen Ansatz nicht berücksichtigt wird, was eine Person über den geschichtlichen Hintergrund und die Absicht eines Künstlers beim Erschaffen eines Kunstwerkes weiß, und dass auch andere Faktoren eine Rolle dabei spielen, wie ein Kunstwerk auf uns wirkt.

Das Modell, das nun in norwegisch-australischer Zusammenarbeit entwickelt wurde, kombiniert beide Ansätze – den historischen und den psychologischen. "Wir denken, dass beide Traditionen wichtig, aber unvollständig sind", so Reber. Das neue Modell solle zeigen, dass sie sich gegenseitig ergänzen. "Indem wir die Hirnaktivität messen, Testpersonen zu ihren Gedanken und Reaktionen befragen und ihr Kunstwissen beurteilen, ist es möglich, neue Einblicke zu erhalten, warum manche Menschen bestimmte Kunstwerke schätzen", so Reber.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tomaten halbieren das Hautkrebs-Risiko

Eine neue Studie deutet auf den schützenden Effekt hin.

Wie Chilis Diabetikern helfen könnten

Der Inhaltsstoff Capsaicin hat eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel.

Deswegen löst Eis Kopfschmerz aus

Eine Ärztin aus Texas hat eine neue Erklärung für den sogenannten Hirnfrost.

Gesunde Knochen dank Fußball?

Es geht auf dem Platz zwar oft ruppig zu, trotzdem hat Fußball gesundheitliche Vorteile.

Großzügige Menschen sind glücklicher

Dazu muss man nicht mit Geld um sich werfen, wie Forscher zeigen.

Große "Sitzfläche", große Haftkraft?

Wann sich Bakterien besonders gut an Oberflächen festhalten können.

Schönheit steht auf dem Kopf

Menschen empfinden ein Gesichte schöner, wenn sie es auf dem Kopf stehend betrachten.

Wenn das Pflaster mitdenkt

Mit dem neuen Pflaster könnten Pfleger von außen erkennen, wann eine Wundauflage gewechselt werden muss.

Weniger Hirnleistung während der "Tage"?

Forscher haben ermittelt, wie sich Hormonschwankungen auf das Gehirn auswirken.

Forscher entwickeln probiotisches Bier

Sie erhoffen sich einen Zusatznutzen für den Darm und das Immunsystem.

Diabetes durch dreckige Luft?

Forscher prüften, was es mit diesem Verdacht auf sich hat. Mit unerwartetem Ergebnis.

Stimme: Status bestimmt Tonhöhe

Im Gespräch richtet sich die Tonlage nach der (gefühlten) gesellschaftlichen Position.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen