Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Die dunkle Seite der Heilpflanzen

Aktuelles

Stechapfel

Der Stechapfel zählt zu den Nachtschattengewächsen, deren Inhaltsstoffe, je nach Dosis, Halluzinationen ausrufen und sogar tödlich sein können.
© khorixas - Fotolia

Di. 18. Juni 2013

Kunst und Musik: Heilpflanzen im Zwielicht

Nicht nur in der Medizin haben Heilpflanzen ihren festen Platz – auch in der Kunst sind sie seit jeher etabliert. Dann allerdings steht oft nicht die Heilkraft der Pflanzen im Vordergrund, sondern ihre berauschende bis tödliche Wirkung, wie Hans H. Maurer, Toxikologie-Professor an der Universität des Saarlandes berichtet.

Anzeige

Ob Homer, Goethe oder Wagner: Sie alle ließen Liebestränke, Flugsalben oder Giftgemische in ihren Werken wirken. So sehen sich die Gefährten von Odysseus als Schweine, Mephisto und Faust fliegen nach einem Trunk zum Blocksberg und in Wagners Götterdämmerung schwankt Siegfrieds Liebe zwischen Brünnhilde und Gutrune mit dem entsprechenden Liebeselixier beziehungsweise Gegengift. In Richard Wagners "Tristan und Isolde" enthält die Reiseapotheke, von Brangäne, Isoldes Dienerin, gleich eine ganze Reihe von Tränken - für "Weh und Wunden", ein "böse Gifte Gegengift", einen Todestrank sowie den Liebestrank, durch den sich Tristan und Isolde unsterblich ineinander verlieben.

Alles nur eine Schöpfung der Phantasie? Wohl kaum. Maurer geht davon aus, dass viele der dargestellten Tränke, Elixiere oder Gebräue auf reale Pflanzenstoffe zurückgehen. Zum Beispiel auf Scopolamin und Hyoscyamin, auch als Atropin bekannt, die Hauptwirkstoffe vieler Nachtschattengewächse wie Tollkirsche, Engelstrompete, Stechapfel, Bilsenkraut oder Alraune. Scopolamin etwa kann je nach Dosierung ganz unterschiedlich wirken: So kann der Wirkstoff Halluzinationen hervorrufen, zum Beispiel die Vorstellung zu fliegen, zu sexuellen Erlebnissen oder der Verwandlung in ein Tier. In zu großer Menge ist es tödlich, in sehr geringer Dosierung wird es heutzutage in Pflastern gegen die Reiseübelkeit eingesetzt. Atropin, das von Frauen des Mittelalters als Schönheitsmittel zur Pupillenvergrößerung eingesetzt wurde, dient Augenärzten heute noch zur Weitung der Pupillen bei der Untersuchung des Augenhintergrunds. Auch dieser Wirkstoff kann in zu großen Mengen tödlich sein.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Betablocker als Sonnenschutz?

Ein bekannter Wirkstoff wehrt UV-Strahlen sogar besser ab als übliche Sonnencreme.

Milch: fettarm gegen Depressionen

Eine asiatische Studie deutet an, dass fettarme Milchprodukte Depressionen vorbeugen.

Rote-Bete plus Sport verjüngen das Gehirn

Power-Gemüse und Jungbrunnen zugleich? Rote-Bete-Saft hat es US-Forschern angetan.

Frosch-Schleim tötet Grippeviren

Substanzen von der Haut einer Froschart könnten eine neue Waffe gegen Viren werden.

Das perfekte Profilbild wählen besser andere

Die selbst ausgesuchten Bilder sind zwar geeignet, aber meist nicht perfekt.

Worauf Frauen bei der Partnerwahl achten

Glaubt man einer aktuellen Studie, sind die inneren Werte eher nebensächlich.

Alzheimer mit Greebles aufspüren

Ein einfacher Test mit 3D-Figuren könnte einen frühen Hinweis auf die Krankheit liefern.

Wer Kälte sieht, bleibt cool

Beim Anblick einer Winterlandschaft fällt es uns leichter, kontrolliert zu handeln.

Graue Haare deuten auf krankes Herz hin

Unabhängig vom Alter sind graue Haare ein Warnsignal für Herzkrankheiten.

Was Film-Schurken gemeinsam haben

Den meisten Bösewichten sieht man sofort an, auf welcher Seite sie stehen.

Warum werden wir seekrank?

Offenbar ist Schwindel und Übelkeit vor allem die gefühlte Bewegung verantwortlich.

Homosexuell durch Hormon im Mutterleib?

Eine Studie deutet an, dass Progesteron einen Einfluss auf das Sexualverhalten hat.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Anzeige

Verstehen Sie Ihren TV-Ton noch gut?

Sivantos HörgeräteErleben Sie mit der Hörgeräte-Weltneuheit Ihren TV-Ton, Musik und Telefonate direkt in Ihren Hörgeräten in bester Stereoqualität.

Lesen Sie hier mehr!

Anzeige

Service

Zum NAI-Gewinnspiel Zum NAI-Portal

Themenspecial: Besser hören

Frau mit Hut im GrünenIm Themenspecial Besser hören nennt aponet.de die besten Tipps und viel Wissenswertes, wie sich Tinnitus und Hörschäden vermeiden lassen und wie man ein schlechtes Gehör ausgleichen kann.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen