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Labormitarbeiter begutachtet ein Röhrchen mit Blutprobe

Ob jemand selbstmordgefährdet ist, lässt sich in Zukunft möglicherweise im Labor vorhersagen.
© Indiana University

Mi. 21. August 2013

Selbstmordrisiko zeigt sich im Blut

Wenn Menschen Selbstmordgedanken haben, teilen sie diese nicht unbedingt mit anderen. Daher kommt oft jede Hilfe zu spät. Dies könnte sich nun jedoch ändern: US-amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Selbstmordgedanken mit der Erhöhung bestimmter Blutwerte zusammenhängen. Es bestehe die Hoffnung auf einen Bluttest, mit dessen Hilfe Selbstmorde verhindert werden könnten, so die Forscher.

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Sie hatten über drei Jahre hinweg bei einer großen Gruppe von Personen mit einer manisch-depressiven Erkrankung alle drei bis sechs Wochen Blutproben genommen. Besonders interessierten sie sich für jene, die zunächst kaum, später aber häufig über Selbstmordgedanken berichteten. Die Wissenschaftler stellten fest, dass eine Reihe von Blutwerten, sogenannte RNA-Biomarker, im Blut von Patienten mit häufigen Selbstmordgedanken in größeren Mengen vorkamen.

Bei der Untersuchung von zwei weiteren Patientengruppen zeigte sich, dass erhöhte Mengen der gefundenen Biomarker auch in Zusammenhang mit späteren Krankenhausaufenthalten aufgrund von Selbstmordversuchen gebracht werden konnten. Zusätzlich hatten die Forscher Blutproben von Personen analysiert, die sich tatsächlich das Leben genommen hatten. Auch hier waren eine Reihe dieser Biomarker deutlich erhöht.

Mithilfe der RNA-Biomarker lasse sich demnach das Selbstmordrisiko vorhersagen, schreiben die Wissenschaftler online in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry. Damit sei ein Test, der als eine Art Vorwarnsystem dienen könnte, in greifbare Nähe gerückt, so die Hoffnung von Studienleiter Dr. Alexander B. Niculescu III. Allerdings beschränken sich die derzeitigen Forschungsergebnisse auf Männer, so Niculescu. Ob sie auch für Frauen gelten, müsse erst noch untersucht werden.

HH

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