Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Hunger macht hilfsbereiter

Aktuelles

Junge Frau liest Rentnerin etwas vor, beide sitzen am Küchentisch

Wer hungrig ist, ist eher bereit, ärmeren Menschen zu helfen.
© Gina Sanders - Fotolia

Mo. 18. November 2013

Hunger macht hilfsbereiter

Die Bereitschaft, ärmeren Menschen zu helfen, wächst offenbar mit dem Hunger. Das haben dänische Wissenschaftler beobachtet. Der Mensch scheint sich jedoch nicht aus Mitgefühl und Selbstlosigkeit so zu verhalten. Ganz im Gegenteil.

Anzeige

Letztlich gehe es vielmehr darum, Ressourcen für sich selbst zu sichern, berichten die Forscher von der Universität Aarhus, Dänemark, in der Fachzeitschrift Psychological Science. Dabei handele es sich um eine Verhaltensweise, die schon unsere Vorfahren pflegten und die noch heute unterschwellig zum Tragen kommt. Hilfsbereitschaft habe es schon zu Zeiten der Jäger und Sammler gegeben, so die Wissenschaftler. Zum Beispiel wenn es darum ging, Nahrung in ausreichender Menge zu haben. "Wenn die Jagd einmal schlecht ausgefallen sein sollte, gab es immer noch die Option, Jäger mit mehr Glück zu bitten, ihre Beute zu teilen", sagt Michael Bang Petersen von der Universität Aarhus. Das heutige Wohlfahrtssystem – ein System, bei dem es ums Teilen geht – sei im Prinzip nichts anderes, so die Forscher.

In ihrer Studie hatten sie Versuchsteilnehmer, die vier Stunden lang nichts gegessen und getrunken hatten, in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine erhielt eine zuckerhaltige Limonade, die andere Gruppe eine Limonade ohne Zucker. Die Blutzuckerwerte der Testpersonen veränderten sich entsprechend: Bei einer Gruppe waren sie hoch, bei der anderen niedriger. "Die Gruppe mit dem niedrigen Blutzuckerspiegel war eher geneigt, eine linke Sozialpolitik, die für den Wohlfahrtsstaat steht, zu unterstützen als die Gruppe mit dem höheren Blutzuckerspiegel", sagt Studienautorin Dr. Lene Aarøe. Dies deute darauf hin, dass unsere körperliche Verfassung einen deutlichen Einfluss auf unsere politischen Ansichten habe, folgern die Wissenschaftler.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Hilft Musik beim Vokabelnlernen?

Forscher haben untersucht, welche Rolle Hintergrundmusik beim Lernen spielt.

Tomaten halbieren das Hautkrebs-Risiko

Eine neue Studie deutet auf den schützenden Effekt hin.

Wie Chilis Diabetikern helfen könnten

Der Inhaltsstoff Capsaicin hat eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel.

Deswegen löst Eis Kopfschmerz aus

Eine Ärztin aus Texas hat eine neue Erklärung für den sogenannten Hirnfrost.

Gesunde Knochen dank Fußball?

Es geht auf dem Platz zwar oft ruppig zu, trotzdem hat Fußball gesundheitliche Vorteile.

Großzügige Menschen sind glücklicher

Dazu muss man nicht mit Geld um sich werfen, wie Forscher zeigen.

Große "Sitzfläche", große Haftkraft?

Wann sich Bakterien besonders gut an Oberflächen festhalten können.

Schönheit steht auf dem Kopf

Menschen empfinden ein Gesichte schöner, wenn sie es auf dem Kopf stehend betrachten.

Wenn das Pflaster mitdenkt

Mit dem neuen Pflaster könnten Pfleger von außen erkennen, wann eine Wundauflage gewechselt werden muss.

Weniger Hirnleistung während der "Tage"?

Forscher haben ermittelt, wie sich Hormonschwankungen auf das Gehirn auswirken.

Forscher entwickeln probiotisches Bier

Sie erhoffen sich einen Zusatznutzen für den Darm und das Immunsystem.

Diabetes durch dreckige Luft?

Forscher prüften, was es mit diesem Verdacht auf sich hat. Mit unerwartetem Ergebnis.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen