Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses App erkennt Smartphone-Sucht

Aktuelles

Junge blonde Frau liegt im Bett auf dem Rücken und schaut lächelnd in ihr Smartphone

Alle zwölf Minuten schauen Smartphone-Nutzer durchschnittlich auf ihr Handy.
© miklav - Fotolia

Di. 28. Januar 2014

App erkennt Smartphone-Sucht

Mithilfe einer neuen App sind Forscher der Universität Bonn einer Sucht auf der Spur – der Handy-Sucht. Wer "Menthal" installiere, könne zum Beispiel sehen, wie viel Zeit er oder sie mit dem Mobiltelefon verbringe oder welche Apps am meisten genutzt werden. Gleichzeitig erhalten die Wissenschaftler anonymisierte Daten für ihre Forschung.

Anzeige

In einer noch unveröffentlichten Studie, hatten die Forscher mit Hilfe der App die Mobiltelefon-Nutzung von 50 Studenten über sechs Wochen erfasst. "Die Ergebnisse waren zum Teil erschreckend", kommentiert Dr. Christian Montag, Privatdozent für Psychologie an der Bonner Universität. Ein Viertel der Teilnehmer nutzte das Mobiltelefon mehr als zwei Stunden am Tag. Im Schnitt aktivierten sie ihre Handys mehr als 80 Mal pro Tag und während des Tages durchschnittlich alle zwölf Minuten. Für manche Teilnehmer lagen die Zahlen sogar doppelt so hoch, wie die Forscher berichten.

Typische Nutzer telefonierten täglich nur etwa acht Minuten mit anderen Personen und schreiben 2,8 Textnachrichten. Dennoch diente die Handy-Nutzung in erster Linie der Kommunikation, wie die Forscher feststellten. Mehr als die Hälfte der Zeit nutzen die Studienteilnehmer sogenannte Messenger oder verbrachten ihre Zeit in sozialen Netzwerken. Alleine die Nutzung von WhatsApp beanspruchte 15 Prozent der Zeit, Facebook lag bei neun Prozent. Auf Spiele entfiel etwa 13 Prozent der Zeit, wobei einige Testpersonen mehrere Stunden am Tag mit Spielen verbrachten.

Das Hauptinteresse der Bonner Forscher gilt dem problematischen Handygebrauch. "Wir wollen wissen, wie viel Mobiltelefon-Konsum normal ist und ab wann von einem Zuviel zu sprechen ist", erläutert Montag. Noch sei diese neue Form der Abhängigkeit nicht offiziell anerkannt. Doch könne die exzessive Nutzung von Smartphones und Co. Symptome hervorrufen, wie sie auch bei anderen Abhängigkeiten auftreten, z.B. beim Umgang mit einem Glücksspielautomaten, erläutert Montag. Wer sich einer digitalen Diät unterziehen oder schlicht sein Handy-Verhalten unter die Lupe nehmen möchte, kann die für Android 4.0 oder neuere Versionen entwickelte App kostenlos unter www.menthal.org herunterladen. Die Forscher nutzen bereits eine ähnliche Technik, um Depressionen frühzeitig zu erkennen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Betablocker als Sonnenschutz?

Ein bekannter Wirkstoff wehrt UV-Strahlen sogar besser ab als übliche Sonnencreme.

Milch: fettarm gegen Depressionen

Eine asiatische Studie deutet an, dass fettarme Milchprodukte Depressionen vorbeugen.

Rote-Bete plus Sport verjüngen das Gehirn

Power-Gemüse und Jungbrunnen zugleich? Rote-Bete-Saft hat es US-Forschern angetan.

Frosch-Schleim tötet Grippeviren

Substanzen von der Haut einer Froschart könnten eine neue Waffe gegen Viren werden.

Das perfekte Profilbild wählen besser andere

Die selbst ausgesuchten Bilder sind zwar geeignet, aber meist nicht perfekt.

Worauf Frauen bei der Partnerwahl achten

Glaubt man einer aktuellen Studie, sind die inneren Werte eher nebensächlich.

Alzheimer mit Greebles aufspüren

Ein einfacher Test mit 3D-Figuren könnte einen frühen Hinweis auf die Krankheit liefern.

Wer Kälte sieht, bleibt cool

Beim Anblick einer Winterlandschaft fällt es uns leichter, kontrolliert zu handeln.

Graue Haare deuten auf krankes Herz hin

Unabhängig vom Alter sind graue Haare ein Warnsignal für Herzkrankheiten.

Was Film-Schurken gemeinsam haben

Den meisten Bösewichten sieht man sofort an, auf welcher Seite sie stehen.

Warum werden wir seekrank?

Offenbar ist Schwindel und Übelkeit vor allem die gefühlte Bewegung verantwortlich.

Homosexuell durch Hormon im Mutterleib?

Eine Studie deutet an, dass Progesteron einen Einfluss auf das Sexualverhalten hat.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen