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Aktienhändler verzweifelt vor dem Bildschirm

Auch bei fallenden Kursen sollte investiert werden. Sind Banker allerdings gestresst, handeln sie zu vorsichtig und scheuen Risiken, die sie lieber eingehen sollten.
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Di. 18. Februar 2014

Stresshormon macht Banker risikoscheu

In Zeiten der Finanzkrise wird manchen Bankern und Fondsmanagern vorgeworfen, den Kopf in den Sand zu stecken und bei fallenden Kursen nicht mehr zu investieren. Britische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass diese Scheu vor dem Risiko aber nicht nur vom Kopf, sondern auch vom Körper gesteuert wird.

Sie fanden heraus, dass die Bereitschaft ein finanzielles Risiko einzugehen, erheblich schwanken kann – und zwar mit der Menge des Stresshormons Cortisol, das im Körper zirkuliert. Dieses wird nicht nur bei extremem körperlichem Stress vermehrt ausgeschüttet. Sein Pegel steigt auch in unsicheren Situationen stark an – für einen Investment-Banker zum Beispiel wenn der Finanzmarkt starken Schwankungen unterworfen ist. In einer solchen Phase war der Cortisol-Pegel bei Wertpapierhändlern in einer früheren Studie innerhalb von zwei Wochen um 68 Prozent angestiegen.

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Um zu testen, wie sich der hohe Pegel an Stresshormonen auf die Risikobereitschaft bei finanziellen Entscheidungen auswirkt, hatte das Team, das sich aus Wirtschaftswissenschaftlern und Ärzten der Universität Cambridge zusammensetzte, 36 Männern und Frauen zwischen 20 und 36 Jahren über acht Tage hinweg Hydrocortison, die synthetische Form von Cortisol, verabreicht. Der Cortisol-Spiegel im Blut wurde damit auf ebenfalls fast 70 Prozent erhöht. Es zeigte sich, dass dauerhaft hohe Mengen des Stresshormons die Bereitschaft der Studienteilnehmer, Risiken einzugehen, drastisch senkte. Die Bereitschaft, für einen möglichen Gewinn ein zusätzliches Extra-Risiko einzugehen, sank um 44 Prozent.

Die Ergebnisse stehen in scharfem Kontrast zum bisherigen Verständnis von Risikobereitschaft. Bisherige Modelle basierten auf der Annahme, dass die persönliche Risikobereitschaft von Wertpapierhändlern über einen Marktzyklus konstant bleibe, schreiben die Forscher. Gerade in Zeiten einer Finanzkrise, wenn die Wirtschaft Händler und Investoren brauche, die auch bei fallenden Kursen investieren, könnte eine geringere Risikobereitschaft aber die Instabilität des Marktes noch unterstützen.

HH

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