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Ein kleines Mädchen mit Hut isst ein Eis.

Der Satz "Dieses Kind sieht süß aus" weckt mehr Emotionen als "Dieses Kind sieht nett aus". Stimmt, oder?
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Fr. 06. Juni 2014

"Süß" statt "nett": Geschmacksworte wecken mehr Emotionen

Leser sind emotional stärker berührt, wenn sie in Texten auf bildhafte Worte, die mit Geschmack zu tun haben, stoßen. Zu diesem Ergebnis kamen die Neurowissenschaftlerin Dr. Francesca Citron und die Linguistin Professor Dr. Adele Goldberg.

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Beim stillen Lesen aktivieren Geschmacksmetaphern in einfachen Sätzen wie "Die Trennung war bitter für ihn" demnach nicht nur Gehirnregionen, die mit Schmecken zu tun haben. Auch in Regionen, in denen Emotionen verarbeitet werden, zeige sich eine erhöhte Aktivität, berichten die Wissenschaftlerinnen von der Freien Universität Berlin und der Universität Princeton online im Fachmagazin Journal of Cognitive Neuroscience. Der inhaltlich gleiche Satz "Die Trennung war schlecht für ihn" brachte diese spezifischen Erregungsmuster nicht hervor.

In ihrer Studie hatten die Wissenschaftlerinnen mit bildgebenden Verfahren untersucht, welche Hirnregionen durch die Verwendung unterschiedlicher Worte angeregt werden. Hierfür verwendeten sie 37 einfache Sätze, die sich nur in einem Wort unterschieden, zum Beispiel "Sie bekam ein süßes Kompliment" oder "Sie bekam ein nettes Kompliment". Zum Vergleich untersuchten die Forscherinnen auch, welche Gehirnregion aktiv war, wenn das Wort "süß" nicht im übertragenen Sinn, sondern im eigentlichen, also als "Geschmack von Zucker", benutzt wurde.

Eine einfache Erklärung dafür, warum bei Geschmacksworten, die im übertragenen Sinn verwendet werden, auch Hirnregionen anspringen, die mit Emotionen zu tun haben, gibt es derzeit noch nicht. "Möglicherweise sind Metaphern emotional wirksamer, weil sie gleichzeitig körperliche Erfahrungen wieder wachrufen", vermutet Citron.

HH

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