Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Kribbeln im Ohr kann dem Herz guttun

Aktuelles

Clip einer TENS-Maschine am Ohr eines Probanden zur Stimulation des Vagusnervs

Teilnehmern der Studie wurde über eine elektrische Stimulation der Nerven das Ohr "gekitzelt". Dies hatte positive Effekte fürs Herz.
© University of Leeds

Do. 21. August 2014

Kribbeln im Ohr kann dem Herz guttun

Die Ohren an einer bestimmten Stelle zu stimulieren, könnte sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken. Anlass zu dieser Annahme gibt eine britische Studie, in der Forscher der Universität von Leeds untersucht hatten, was passiert, wenn der kleine Knorpel-Hubbel vor dem Eingang des Gehörgangs elektrischen Impulsen ausgesetzt wird.

Anzeige

Herz und Ohren haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Doch beide "hängen" sie am Vagusnerv, einem großen Nerven, der vom Gehirn zu vielen Organen zieht. Dies biete einen neuen Ansatzpunkt für die Therapie von Herzschwäche, dachten sich die Forscher. Denn wird der Vagusnerv am Außenohr elektrisch stimuliert, fließen elektrische Ströme zum Gehirn, wo sie wiederum die Regulierung des Herzens beeinflussen. Die Forscher untersuchten diesen Therapieansatz nun zunächst mit 34 gesunden Personen, denen jeweils 15 Minuten lang elektrische Impulse am Ohrknubbel verabreicht wurden.

Die Impulse, die sich den Forschern zufolge wie ein Kitzeln anfühlen, hatten zwei positive Auswirkungen, von denen zum Beispiel Menschen mit Herzschwäche profitieren könnten. Zum einen veränderten sich die Herzschläge, sie wurden unterschiedlicher. "Ein gesundes Herz schlägt nicht wie ein Metronom", erklärt die Leiterin der Studie, Dr. Jennifer Clancy. Es reagiere ständig auf Umgebungsreize und schlage je nach Bedarf mal langsamer, mal schneller. Ein krankes Herz sei dagegen eher wie eine stumpf vor sich hinarbeitende Maschine, die immer im gleichen Takt schlage. "Die Nervenstimulation im Ohr führte zu einer um 20 Prozent höheren Herzfrequenz-Variabilität", sagt Clancy.

Zum anderen wurde durch das "Kitzeln" des Ohrs das sympathische Nervensystem unterdrückt. Dieses treibt eigentlich die Herzaktivität an. "Wir haben die Nervenaktivität direkt gemessen und konnten nachweisen, dass diese um 50 Prozent geringer war, wenn das Ohr stimuliert wurde", sagt Clancy. Dies sei wichtig, denn bei Menschen mit einer Herzkrankheit oder Herzschwäche ist das sympathische Nervensystem der Forscherin zufolge besonders aktiv. "Das führt dazu, dass das Herz härter arbeitet, sich die Arterien verengen und Schäden versursacht werden", verdeutlicht die Britin.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Wie ein Schnuller vor Allergien schützt

Eine ungewöhnliche Reinigungsmethode könnte Babys vor Allergien und Asthma bewahren.

Wohnort ist schuld am Alkohol-Konsum

In dunklen und kalten Regionen wird deutlich mehr Alkohol getrunken - mit Folgen für die Leber.

Husten hilft Viren, zu überleben

Viren manipulieren den Körper und setzen Husten gezielt ein, um ihr Überleben zu sichern.

Wünsche helfen kranken Kindern

Ein erfüllter Herzenswunsch hilft schwer kranken Kindern, gesünder zu werden.

Babykost mit Soja: Nichts für Mädchen?

Babynahrung mit Sojamilch birgt offenbar langfristig Risiken für die Gesundheit.

Wann wir am meisten Kalorien verbrennen

Die Tageszeit hat einen Einfluss darauf, wie viele Kalorien wir verbrennen.

Sommer-Kinder sind eher kurzsichtig

Forscher haben Risikofaktoren für Kurzsichtigkeit bei Kindern ermittelt.

Warum Kinderstimmen so anstrengend sind

Erwachsene haben große Probleme damit, viele Stimmen korrekt auseinanderzuhalten.

Frauen werden seltener wiederbelebt

Die Gründe dafür sind vollkommen unsinnig, mahnen Mediziner.

Körperbau bestimmt ersten Eindruck

Für den ersten Eindruck ist offenbar nicht nur das Gesicht einer Person entscheidend.

Gesicht: Im Alter nimmt Asymmetrie zu

Mit dem Alter vergrößern sich die Unterschiede zwischen beiden Gesichtshälften.

Kein Blinddarm - kein Parkinson?

Im Blinddarm steckt offenbar ein Protein, das mit Parkinson in Verbindung steht.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen