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Porträtfoto John F. Kennedy im Oval Office

An John F. Kennedy erinnert man sich womöglich besser als an andere Präsidenten, weil die Umstände seines Todes sich deutlich von denen der anderen abheben.
© Cecil Staughton, White House

Fr. 28. November 2014

Warum US-Amerikaner ihre Präsidenten vergessen

US-Amerikaner, so heißt es, seien sehr stolz auf ihre Präsidenten. Dennoch vergessen sie die meisten von ihnen mit der Zeit. Nach welchem Muster die Regenten im Nebel des kollektiven Vergessens verschwinden, haben Forscher jetzt ermittelt.

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Eine Rolle spielt demnach schlicht, wie lange die Präsidentschaft zurückliegt. An die meisten Präsidenten erinnern sich die Menschen 50 bis 100 Jahre nach deren Amtszeit nicht mehr, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Science". Dem Studienautor Dr. Henry L. Roediger zufolge könnte es den Präsidenten Jimmy Carter und Ronald Reagan, die in den 1970er und 80er Jahren regierten und heute noch einigermaßen bekannt sind, in 50 Jahren genauso ergehen wie ihrem Vorgänger William McKinley, der im ausgehenden 19. Jahrhundert Präsident war und den heute kaum noch einer kennt.

Daneben spielen zwei Erinnerungsprinzipien eine Rolle. Prinzip Nr.1: Bei einer langen Liste von Informationen erinnert man sich besser an jene Informationen, die am Anfang und am Ende stehen. Studenten, die im Rahmen der Studie Präsidenten erkennen und benennen mussten, konnten sich recht gut an die Reihenfolge der letzten Präsidenten erinnern. Doch mit zunehmendem Abstand verschlechterte sich das Erinnerungsvermögen rapide. Besser erging es da wiederum dem ersten Präsidenten der USA, George Washington, und drei bis vier seiner Nachfolger. Die Präsidenten im Mittelfeld – von Martin Van Buren (Nr. 8) bis Calvin Coolidge (Nr. 30) – waren dagegen weitestgehend in Vergessenheit geraten.

Erinnerungsprinzip Nr.2: Liegt eine Information in der Mitte einer langen Liste, erinnert man sich besser an sie, wenn sie sich von anderen Informationen deutlich abhebt. Ein Beispiel hierfür sind Abraham Lincoln und seine zwei direkten Nachfolger Andrew Johnson und Ulysses S. Grant, die mit dem Amerikanischen Bürgerkrieg und dem Ende der Sklaverei in Zusammenhang stehen. Auch an Barack Obama, den ersten schwarzen Präsidenten, dürfte man sich aus diesem Grund noch länger erinnern, glaubt Roediger. Gleiches gelte für den Fall, wenn erstmals eine Frau Präsidentin werden würde, wie es für Hillary Clinton 2016 möglich wäre.

HH

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