Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Rauchen stiehlt Y-Chromosomen

Aktuelles

Profilbild (rechter Bildrand), Mann in den 20ern, Wollmütze, Bart, bunte Bänder um die Handgelenke, Ohrringe, Jeansjacke, steckt sich eine Zigarette an

Rauchen schadet Männern mehr als Frauen. Forscher haben nun eine mögliche Erklärung dafür gefunden.
© Eugenio Marongiu - Fotolia

Fr. 05. Dezember 2014

Rauchen stiehlt Männern die Y-Chromosomen

Rauchen ist ungesund, keine Frage. Doch schadet es Rauchern offenbar mehr als Raucherinnen. Forscher haben jetzt eine mögliche Erklärung für diesen Geschlechterunterschied gefunden: Danach stiehlt das Rauchen Männern zwar nicht die Männlichkeit, aber etwas zutiefst Männliches – die Y-Chromosomen. Dessen Verlust wiederum erhöht das Krebsrisiko.

Anzeige

Gemeinsam mit Kollegen fand Lars Forsberg von der Universität Uppsala in Schweden heraus, dass im Blut von Rauchern weniger Blutzellen mit Y-Chromosomen zu finden waren als bei Nichtrauchern. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Science berichten, war der negative Effekt des Rauchens dosisabhängig. Das bedeutet, dass die männlichen Chromosomen in Blutzellen von stärkeren Rauchern häufiger abhandenkamen als bei weniger starken Rauchern.

Die gute Nachricht: Der Schwund scheint umkehrbar. So war der Verlust an Y-Chromosomen bei Ex-Rauchern gleich ausgeprägt wie bei Männern, die dem Laster noch nie gefrönt hatten. "Diese Entdeckung könnte ein überzeugendes Argument sein, mit dem Rauchen aufzuhören", sagt Forsberg.

Warum genau der Verlust von Y-Chromosomen die Entstehung von Krebs begünstigt, liegt noch im Dunkeln. Denkbar sei jedoch, dass Immunzellen im Blut, die das Y-Chromosom verloren haben, Krebszellen weniger effektiv bekämpfen können, so die Forscher. Ihre Ergebnisse könnten jedenfalls einen Hinweis darauf geben, warum Zigarettenqualm für Männer noch ungesünder ist als für Frauen. In Bevölkerungsstudien hatte sich gezeigt, dass Rauchen nicht nur für Lungenkrebs ein Risikofaktor sei. Rauchende Männer erkranken demnach eher an Krebsarten, die nicht die Atemorgane betreffen, als Raucherinnen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Männer fluchen im Schlaf häufiger

Forscher haben untersucht, worüber Menschen im Schlaf am häufigsten sprechen.

Gallensäure lässt Fettdepots schmelzen

Forscher haben einen neuen Ansatz zur Behandlung von Übergewicht gefunden.

Mit Zauberpilzen gegen Depressionen

Ein kleine Studie deutet eine Wirkung an, die Patienten nützen könnte.

Leidenschaft als Strategie in der Liebe

Warum US-Amerikaner ihrem Partner gegenüber leidenschaftlicher sind als Ostasiaten.

Hausarbeit beeinflusst die Gesundheit

Ältere Männer arbeiten deutlich weniger im Haushalt als Frauen - mit Folgen für die Gesundheit.

Geschäftsreisen belasten die Psyche

Wer häufig beruflich verreist, hat ein höheres Risiko für Depressionen und Angststörungen.

Mit Wirkstoff-Pflaster zum Wunschgewicht?

Ein spezielles Pflaster mit Mikronadeln könnte die Fettverbrennung ankurbeln.

Warum Frauen schneller frieren

Dass Frauen bei kalten Temperaturen eher frösteln als Männer, ist kein Vorurteil.

Gestresst? Wie das Shirt des Partners hilft

Der Geruch des Shirts eines geliebten Menschen reduziert offenbar Stress und Anspannung.

Lieber Schoko oder doch den Apfel?

Warum der Mensch sich so gern für das falsche Lebensmittel entscheidet.

Jünger aussehen dank Gesichtstraining

Ganz ohne OP: 32 verschiedene Übungen machen das Gesicht deutlich jugendlicher.

Blaubeeren verbessern Strahlentherapie

Extrakte aus der Frucht zeigten Erfolge bei Krebszellen vom Gebärmutterhals.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen