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Junge schaut nach oben und hält beide Hände mit gekreuzten Fingern mit gebeugten Ellenbogen nach oben in Schulterhöhe.

Magische Geste: Mit gekreuzten Fingern möchte man Unheil abwehren oder Glück wünschen.
© pathdoc - Fotolia

Fr. 27. März 2015

Finger kreuzen schützt vor Schmerz

Die Finger zu kreuzen, kann das Schmerzempfinden in einem einzelnen Finger verringern, so das Ergebnis einer britischen Studie. Das hilft zwar nicht gegen Schmerzen im Knie, Rücken oder sonstigen Körperteilen, doch könnte die räumliche Anordnung auch bei solchen Schmerzen eine Rolle spielen.

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Die britischen Neurowissenschaftler vom University College London hatten für ihre Studie eine Versuchsanordnung genutzt, bei der die Teilnehmer einer Hitze-Illusion ausgesetzt werden. Dabei werden Zeige-, Mittel- und Ringfinger unterschiedlichen Temperaturen in der Reihenfolge warm–kalt–warm ausgesetzt. Obwohl der Mittelfinger weder Hitze ausgesetzt ist noch verletzt wird, empfinden Testpersonen bei dieser Anordnung trotz des kalten Reizes ein schmerzhaft brennendes Gefühl an diesem Finger. Die paradoxe Empfindung komme durch Interaktionen zwischen den Nervenbahnen zustande, die Signale für Wärme, Kälte und Schmerz zum Gehirn leiten, erläutern die Forscher.

Die Neurowissenschaftler veränderten nun den Versuch, indem sie die Lage der Finger vertauschten. Das hatte Konsequenzen: Ob Teilnehmer ein brennendes Hitzegefühl an ihrem Mittelfinger spürten oder nicht, hing davon ab, wie die Finger nebeneinander lagen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift Current Biology. "War der kalte Finger zwischen den beiden warmen positioniert, fühlte er sich brennend heiß an", sagt Koautorin Dr. Elisa Ferrè. Wurde seine Lage verändert, so dass der Mittelfinger den Zeigefinger kreuzte und dann an der Außenseite lag, verringerte sich das schmerzhafte Gefühl. Das gleiche Phänomen zeigte sich auch, wenn der Zeigefinger gekühlt und die beiden anderen erwärmt wurden. Hier habe sich das Hitzegefühl am Zeigefinger verstärkt, wenn er vom Mittelfinger überkreuzt und somit von zwei warmen Fingern eingerahmt wurde.

Die Ergebnisse eröffnen den Forschern zufolge interessante Perspektiven: So könnte der Schmerzpegel vielleicht durch zusätzliche Reize manipuliert werden, und eine Veränderung der Lage verschiedener Körperteile zueinander könnte die Schmerzwahrnehmung beeinflussen.

HH

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