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Im Park: Mann in Rautenpullunder, ca. 30, sehr selbstbewusst in Kamera schauend, Federballschläger und Ball in Händen, Hintergrund 3 Personen, die ihn anschauen

Ob im Sport oder im Job: Narzissten sind davon überzeugt, jederzeit besser als andere zu sein.
© Peter Atkins - Fotolia

Mi. 08. April 2015

Wer häufig "ich" sagt, ist noch kein Narzisst

Narzisstische Menschen sind extrem ich-zentriert, glauben, sie seien anderen überlegen, und halten sich für ungemein wichtig. Da wäre es nur logisch, wenn sie besonders häufig Worte wie "ich" und "mich" verwenden würden. Eine weit verbreitete Meinung, die Forscher jetzt widerlegen.

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Personen mit narzisstischen Tendenzen benutzen Personalpronomen der ersten Person Singular, also "ich", "meiner", "mir" und "mich", nicht häufiger als andere Menschen auch. Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus den USA, an der auch deutsche Forscher mitarbeiteten. Die Wissenschaftler widerlegen damit eine sowohl in Wissenschaftskreisen als auch unter Laien verbreitete Annahme, die erstmals 1988 in einer kleinen Studie der University of California mit 48 Studienteilnehmern getestet und damals bestätigt worden war. Nachfolgend sei es Wissenschaftlern zwar nicht gelungen, die Ergebnisse zu wiederholen, sagen die Forscher, die Meinung, dass Narzissten häufig ich-bezogene Pronomen benutzen, halte sich jedoch hartnäckig.

In der aktuellen Studie hatten die Wissenschaftler nun den Zusammenhang zwischen der Verwendung von Pronomen und Narzissmus bei über 4.800 Freiwilligen getestet. "Am interessantesten ist, dass sich unsere Ergebnisse so gut wie nicht unterscheiden", sagt Matthias Mehl, Professor für Psychologie an der University of Arizona. Und das obwohl die Tests in zwei verschiedenen Ländern, in mehreren Labors mit insgesamt zwölf Gruppen durchgeführt wurden und fünf verschiedene Narzissmus-Messtechniken zum Einsatz kamen. Der Zusammenhang war überall fast null, berichten die Forscher im Fachblatt Journal of Personality and Social Psychology.

Bleibt die Frage, wie sich Narzissmus ausdrückt, wenn nicht durch die exzessive Verwendung von ich-bezogenen Worten. Um dies zu beantworten, wollen die Forscher nun die gewonnenen Testergebnisse auf weitere mögliche Zusammenhänge hin untersuchen.

HH

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