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Schulklasse im Klassenraum, Kinder ca. 10/11 Jahre alt, die meisten melden sich gerade, schauen in die Kamera

Wie gut ein Schüler im Unterricht mitmacht, hängt nicht nur von Lernstoff und Lehrern ab.
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Mo. 13. April 2015

Schulmuffel: Lernunlust ist zum Teil vererbt

Wenn Kindern in der Schule die Motivation zum Lernen fehlt, sind nicht zwingend ein fehlendes Engagement von Lehrern oder Eltern oder die Kinder selbst daran schuld. Vielmehr scheint die Lernunlust zum Teil im Erbgut zu liegen, wie ein Team internationaler Forscher jetzt in einer Studie mit Zwillingen nachweisen konnte.

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Etwa 40 bis 50 Prozent der Unterschiede, die bei den mehr als 13.000 Zwillingen aus sechs verschiedenen Ländern hinsichtlich des Lernens auftraten, ließen sich den Wissenschaftlern zufolge mit ihrem genetischen Erbe erklären. Dies sei überraschend gewesen, sagt Stephen Petrill von der Ohio State Universität in den USA, einer der zahlreichen Mitautoren der Studie. Der Psychologe hatte angenommen, dass gemeinsame Umgebungseinflüsse von Zwillingen, wie etwa die Familie oder gleiche Lehrer, stärker ins Gewicht fallen als das Erbgut. Stattdessen hatten die Gene sowie Umgebungsfaktoren, die nicht geteilt wurden, mit jeweils 40 bis 50 Prozent den größten Effekt auf die Lernmotivation. Die Auswirkung gemeinsamer Umgebungseinflüsse war dagegen mit ungefähr drei Prozent nur geringfügig, berichten die Forscher im Fachblatt Personality and Individual Differences.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Befragungsergebnisse von ein- und zweieiigen Zwillingen zwischen 9 und 16 Jahren aus Großbritannien, Kanada, Japan, Deutschland, Russland und den USA ausgewertet. Erstaunt hatte sie, dass es bei den Ergebnissen trotz der unterschiedlichen Schulsysteme und Kulturen kaum einen Unterschied zwischen den sechs Ländern gab. Die Studie deute darauf hin, dass es ererbte Persönlichkeitsunterschiede gebe, die einen großen Einfluss auf die Motivation hätten, so die Forscher. Dies sollte allerdings nicht davon abhalten, Schüler motivieren oder inspirieren zu wollen. Ob es tatsächlich gelingt, ist nach dieser Studie jedoch offenbar komplexer als bisher gedacht.

HH

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