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Stadtansicht von schräg oben, alles in blau-lila Licht getaucht

Blaue Stunde über der Universität Manchester in England: Das spezielle Blau der Dämmerung scheint den Körper zu beeinflussen.
© David Gennard, The University of Manchester

Di. 21. April 2015

Himmelsfarbe nicht Helligkeit steuert die innere Uhr

Sonnenaufgang, Tageslicht, Abenddämmerung, Nacht: Der Gang der Sonne beeinflusst, wie unsere innere Uhr tickt. Dass diese sich eher an dem Blau der blauen Stunden und weniger an der Helligkeit orientiert, konnten britische Forscher zeigen, die Mäusen verschiedene Himmelsszenarien vorgegaukelt hatten.

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Bei Sonnenauf- und -untergang verändert sich nicht nur die Helligkeit des Himmels, sondern auch seine Farbe. Das für diese Tagesabschnitte typische Zwielicht ist deutlich blauer als der Himmel am Tag. Das hatten die Wissenschaftler um Dr. Timothy Brown von der University of Manchester in einem ersten Schritt gezeigt. In einem weiteren Versuch fanden die Forscher heraus, dass die innere Uhr von Mäusen, die an der elektrischen Aktivität von Zellen gemessen wurde, oft sensibler auf Veränderung von Farben reagierte als auf Veränderungen der Helligkeit. In einem weiteren Experiment bündelten die Forscher daraufhin beide Erkenntnisse: Sie konstruierten eine künstlichen Himmel, der die veränderten Lichtverhältnisse im Tagesverlauf simulierte, platzierten Mäuse für mehrere Tage darunter und zeichneten die Körpertemperatur der Tiere auf.

Wie für nachtaktive Tiere zu erwarten, war die Körpertemperatur mit dem Beginn der Nacht am höchsten, wenn sich der Himmel dunkelblau färbte. Die innere Uhr arbeitete normal. Veränderten die Forscher nur die Helligkeit des Himmels und behielten die Blaufärbung der Tagesstunden bei, wurden die Mäuse schon vor der Abenddämmerung aktiv. Dies deute darauf hin, dass ihre innere Uhr nicht mehr mit dem Tag-Nacht-Rhythmus im Einklang stand, so die Forscher. Bei Vergleichstieren, bei denen die farbempfindlichen Zellen im Auge das Dämmerungsblau nicht wahrnehmen konnten, verschoben sich die Aktivitätszeiten dagegen nicht.

Das Spannende an ihren Erkenntnissen sei, dass sie sich auf den Menschen übertragen ließen, sagen die Forscher. "Theoretisch könnte das bedeuten, dass Farben dazu genutzt werden könnten, die innere Uhr zu manipulieren", sagt Brown. Ein Ansatz, der für Schichtarbeiter und Flugreisende, die einen Jetlag vermeiden wollen, interessant sein könnte.

HH

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