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Nahaufnahme Profil rechts ins Bild: dunkelhaariger Mann, gechlossene Augen, schnuppert an Hanfpflanzen, links bis über Bildmitte hinaus

Die psychoaktiven Stoffe stecken unter anderem in den Blättern der Cannabispflanze.
© Haramis Kalfar - Fotolia

Do. 23. April 2015

Cannabis: Kiffen schafft falsche Erinnerungen

Wer regelmäßig Cannabis konsumiert, erinnert sich eher an Ereignisse, die gar nicht stattgefunden haben. Diesen Schluss legt eine spanische Studie nahe, in der Forscher erstmals demonstrieren konnten, dass bei Cannabis-Konsumenten eine Hirnregion gebremst wird, die für das Speichern von Erinnerungen entscheidend ist.

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In der aktuellen Studie erinnerten sich Cannabis-Konsumenten eher an Dinge, die gar nicht da gewesen waren als Studienteilnehmer, die das Rauschmittel nicht konsumierten. Das berichten die Forscher aus Barcelona in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry. In diesem Fall waren dies Wörter. So hatten die Wissenschaftler den Teilnehmern in einer ersten Runde eine Liste mit Wörtern gezeigt, die sie sich einprägen sollten. In einer zweiten Runde erhielten sie eine Liste, die zusätzlich auch andere Wörter enthielt, die von der Bedeutung her den ersten Wörtern zum Teil ähnelten. Die Testpersonen sollten nun angeben, welche Wörter sie in der ersten Runde gelernt hatten. Cannabis-Konsumenten gaben eher an, auch Wörter mit ähnlicher Bedeutung in der ersten Liste gesehen hatten, erinnerten sich also an falsche Wörter.

Was dabei im Gehirn vor sich ging, konnten die Forscher mit Hilfe von bildgebenden Verfahren zeigen. So war zu erkennen, dass der Hippocampus bei Cannabis-Konsumenten weniger aktiv war als bei Nicht-Konsumenten. Dieser Bereich des Gehirns ist unter anderem für die Speicherung von Gedächtnisinhalten von zentraler Bedeutung. Falsche Erinnerungen kämen immer wieder mal vor, so die Forscher. Bestes Beispiel seien Erinnerungen an Ereignisse aus der Kindheit, an die man sich zu erinnern glaubt, weil andere immer und immer wieder davon erzählt haben. Cannabis scheine falsche Erinnerungen allerdings zu begünstigen.

Frappierend war zudem, dass die geringere Aktivität im Hippocampus zu sehen war, obwohl die Teilnehmer einen Monat vor Studienbeginn den Cannabis-Konsum gestoppt hatten. Je mehr Rauschmittel sie im Verlauf des Lebens konsumiert hatten, desto weniger Aktivität zeigte der Hippocampus. Dies deute darauf hin, dass der Einfluss von Cannabis auf Gehirnvorgänge, die uns ermöglichen zwischen realen und eingebildeten Ereignissen zu unterscheiden, langanhaltend zu sein scheint, so die Forscher.

HH

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